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SURRENDER THE CROWN fahren bisher mit allen Ihren Alben Höchstpunkte ein. “What we think defines us” lief bei uns mit 9.5/10 und war Demo des Monats beim Metalhammer. Für “Life decides” vergaben wir die äußerst seltene Höchstnote 10/10, zudem war die Band damit als Tipp des Monats beim Rockhard. Seit 06.11.2017 sind sie nun wieder im Tonstudio um ihr 3. Album aufzunehmen, welches sie der Welt im März 2018 um die Ohren hauen werden. Soweit ist alles im Kasten, das finale Abmischen steht noch an und daher wird zum Videoshoot der ersten Singleauskopplung aufgerufen. Auch Neckbreaker ist dazu eingeladen -  an einem trüben Samstag morgen stehe ich also zunächst mit Sänger Matthias Braun, Gitarrist Patrick Meyer und Produzent Phil Hillen in dessen SU2 Studios in Saarwellingen, wo wir mit einem Interview in den Tag starten.

 

 

Sabrina: Patrick hat schon erzählt, dass das Releasedatum für das neue Album voraussichtlich am 10.03.2018 sein wird.

Matthias: Ja, das ist so angedacht. Die Location in der wir die Releaseparty machen wollten, hat ja wegen technischer Probleme jetzt nochmal über den Dezember geschlossen. Der Alternativtermin für das letzte Woche (08.12.2017 - Anm. d. Red.) ausgefallene Konzert liegt nun zu nahe am Release, daher werden wir diese Show nicht mehr spielen und gehen am 10.03. dann da hin. Das ist noch nicht ganz in trockenen Tüchern, aber so ist es geplant.

 

Sabrina: Ok, das heißt, das Album steht, Titel habt ihr?

Matthias: Titel haben wir auch; was heißt stehen - es ist noch nicht fertig gemixt, wir brauchen wahrscheinlich noch einen Tag oder so, um ein bißchen was auszubessern, noch Backgroundvocals aufzunehmen und - Gitarren bist du durch?

Patrick: Gitarren sind bis auf ein Lead durch aber ja, genau, in der späteren Durchhörphase werden dann eventuell nochmal Änderungen kommen.

Matthias: Wir sind kurz vor Fertigstellung würde ich sagen.

 

Sabrina: War das jetzt tatsächlich so, ihr habt alles eingespielt und dann hast du dir überlegt, was du überhaupt singst?

Matthias: Nein, wir haben eine Vorproduktion gemacht, komplett bei Patrick bzw im Proberaum und haben Gesangslinien erarbeitet. Die fertigen Texte habe ich tatsächlich erst kurz vorher geschrieben, weil ich nichts schreiben wollte und dann nochmal bewusst umschmeiße, weil sich die Linie wieder ändert. Ich wollte, dass die Musik und die Linien komplett stehen und erst dann gehe ich ans Texten. Aber es hat ganz gut geklappt, wir sind rechtzeitig fertig geworden.

Patrick: In dem Aufnahmeprozess, bis Matz dran kommt, also bis Vocals aufgenommen werden, dauert es vorneweg zwei Wochen. Also wenn der erste Schlagzeug-Schlag gespielt ist, dauert es noch mindestens zwei Wochen, bis überhaupt das Erste eingesungen wird. Die Songs haben zu Beginn der Studiosession gestanden, inklusive Gesangsmelodien und dann hat er angefangen zu texten.

Matthias: Also du willst nicht ohne Vorproduktion ins Studio gehen. Es ist einfach so, du muss wissen, was du spielst, du musst die Songs kennen, wissen was die Songs machen sollen, wie die Songs funktionieren sollen und dafür musst du sie schon mal irgendwie aufnehmen. So gut wie möglich eben. Und damit gehst du ins Studio. Wenn du das nicht machst, machst du im Studio erst deine Vorproduktion und das heißt, die fehlt ein komplettes Level an Songs erarbeiten. Das ist so ein bißchen das Problem, deshalb bestehen wir auch darauf - obwohl, was heißt bestehen, wir machen es einfach so - dass wir über das Jahr die Vorproduktion machen. Also geschrieben und Vorproduktion im Sommer begonnen haben. Dann hast du ein Fundament. Dafür ist die Studiozeit auch einfach zu teuer (Grimassen von Phil Hillen und Gelächter) und zu wertvoll, als dass man im Studio erst anfängt und sich über Strukturen unterhält und wie sollen die Songs laufen, was ist das für ein Song und alles erst erarbeitet. Das finde ich dann einfach Verschwendung.

 

Sabrina: Aber ihr geht jetzt nicht hin und sagt “Diesen Text oder diese Textidee habe ich” und schreibt dann das Lied dazu?

Patrick: Gab es auch.

Matthias: Doch, das gibt es auch. Also es gibt keinen festgelegten Weg, Songs zu schreiben. Zumindest wollen wir uns nicht festlegen. Es gibt Sachen, da hatte ich zuerst einen Text, es gibt Sachen, da hatte ich eine Gesangslinie ohne Text, das war nur so ein Gemurmel aber daraus ist dann tatsächlich die fertige Gesangslinie entstanden. Also die Linie gibt es heute immer noch. Es gibt auch Sachen, die ich z.B auf der Akustikgitarre mit 3 Akkorden geschrieben habe. Patrick bekommt es in die Hand und macht 4 Akkorde draus. Bei mir war es irgendwie C-G-A-keine Ahnung und bei Patrick ist es dann C-9-7-zweigestrichen… (allgemeines Gelächter) Da siehst du, wieviel Ahnung ich von Harmonielehre habe. Aber er hat es einfach dem musikalischen Level angepasst. Ich bin kein Gitarrist, ich habe nur gesagt ‘Den Song hätte ich gerne so’. Dann meinte er ok, anstatt dem Akkord nehmen wir den und das könnten wir so machen, dann passt die Gesangslinie immer noch und es ist irgendwie griffer, keine Lagerfeueratmosphäre. So ist viel entstanden, einfach durch Austausch. Ich habe die Idee, hast du eine Idee für den Gesang? Oder ich habe da einen Gesang, was würdest du akkordmäßig drunter legen? Also uns gar nicht festgelegt, an keine festen Ablauf gehalten, wie man Songs schreibt sondern einfach geschaut was kommt, wo will der Song hin.

Patrick: Also wir haben im Vorfeld viele Songs und Songideen geschrieben, es waren glaube ich fast 50. Und sind dann auch relativ strikt ans Wegwerfen gegangen. Sobald einer von uns gesagt hat “Hm, vielleicht doch nicht”, war der Song weg. Also wir haben nicht gesagt “Was stört dich dran” sondern die ganze Idee war dann weg.

 

Sabrina: Also gibt es keine B-Seiten Platte?

Patrick: Hm, es gibt gute B-Seiten dann. Also wir sind dann mit 17 Songs letzten Endes in Studio gegangen.

 

Sabrina: Und die habt ihr tatsächlich alle komplett umgesetzt?

Patrick: Ja. Auf das Album kommen vermutlich 12.

Matthias: Ja, da werden wahrscheinlich 12 kommen, was mit den anderen passiert sehen wir noch, aber sie sind auf jeden Fall da. Dann sehen wir Mal, dass die irgendwann vielleicht noch unter die Leute kommen. Die waren uns eben wichtig so zu machen und wir haben gesagt, dass sind diese 17 Songs - also es sind 15 Songs und 2 Akustikversionen von älteren Songs, aber auch so ein wenig im neuen Gewand.  Und da haben wir gesagt die sind geil, die wollen wir machen und wenn wir sie in der Zeit unterbekommen… Also 17 ist schon echt krass viel. Das ist eigentlich eine Selbstmordaktion. Eigentlich macht man 10 oder 12 Songs und dann ist man gut bedient. Wir sind glücklicherweise gut durchgekommen und es halt alles gut geklappt, komplett ohne Pannen und ohne, dass wir irgendetwas abhaken oder wegwerfen mussten. Wobei wir jetzt noch den komplette Mix abwarten müssen ob vielleicht eine Nummer darunter ist, bei der wir sagen müssen, die funktioniert nicht. Weiß ich noch nicht.

Sabrina; Also vielleicht auch in der Compilation mit den anderen Songs?

Matthias: Zum Beispiel, ja.

Patrick: Es ist auch so, dass wir dieses Mal eine für unsere Verhältnisse ziemlich gute Vorproduktion hatten und sich da nur an Nuancen noch etwas gedreht hat also sich tatsächlich auch durch den Einfluss von Phil (Hillen, Anm. d. Red.) an Gesangsideen oder an irgendwelchen Gitarren-Overdubs noch etwas geändert hat, der Song sich dadurch auch meistens zum Besseren gedreht hat. Aber es gab es nicht mehr wie beim ersten Album - diese Überraschungen, dass ein Song so extrem im Studio gewachsen ist. Das man vorher gesagt hat, ja, der ist ok und dann nachher rausgekommen ist, das ist einer der stärksten Songs. Das hatten wir dieses Mal gar nicht.

Matthias: Die Songs sind einfach viel professioneller entstanden, viel mehr mit Plan. Wir machen alle seit 15, 20 Jahren Musik, so dass man mittlerweile weiß, wie man ein Album angeht. Das war beim ersten SURRENDER Album noch nicht so, weil es die Band da noch gar nicht gab. Das waren Akustikskizzen, die hat Patrick gehört, ist ins Studio gegangen und hat die als Metalversionen eingespielt. Da ist natürlich noch einiges passiert.

Patrick: Wir hatten vor dem ersten Album auch nie zusammen geprobt.

Matthias: Das war auch krass, ja klar.

Patrick: Also, ich war gar nicht in der Band.

Matthias: Die Band ist eigentlich erst im Studio entstanden.

 Interview 20171216 SurrendertheCrown4 

Sabrina: Ich fand das erste eigentlich geiler als das zweite.

Patrick: Also was soll ich dazu jetzt sagen… (lacht) Also das zweite war mit Sicherheit näher am ersten, von der Struktur des Albums, als das neue zum zweiten sein wird.

Matthias: Also ich finde es weitaus musikalischer. Das erste ist tatsächlich 3 Akkorde, Strophe-Refrain-Strophe-Refrain-Brücke-Refrain-Bäm. Von der Struktur sind wir nicht weit weg, aber ich finde, was im Inhalt dieser Struktur passiert, ist viel mehr. Viel mehr durchdacht irgendwie. Die erste Platte ist sehr viel Herz und sehr viel Bauch. Hier ist das auch alles, aber ich finde, es ist unheimlich viel Kopf und unheimlich viel Können und Struktur dazu gekommen. Also ich bin selbst gespannt was passiert, aber was ich bisher höre und auch das, was aus der Vorproduktion raus kam, fand ich einfach im Besten Sinne musikalischer. Und das ist eigentlich der konsequente nächste Schritt. Und ich bin echt begeistert, muss ich ehrlich sagen. Ist schon richtig geil. (lacht)

 

Sabrina: Aber es im Prinzip schon so, dass ihr zwei die Songs geschrieben habt?

Matthias:  Ja. Wir schreiben sie tatsächlich als Skizze, also Patrick hat ein Riff, ich sage da könnte man das und das dazu singen, dann haben wir ein Tempo und einen ganz sporadisch programmierten Beat. Den geben wir dann in die Band und jeder macht sich seine Gedanken, was sein Part sein könnte. Das heißt, sie haben eine Vorgabe von - keine Ahnung, etwa ¾ des Songs ist klar, was passieren soll aber die eigene Prägung, wie Mätthy Schlagzeug spielt, wo er einen fill setzt, wo er sagt mach Half-time, mach Double-time, das liegt bei ihm. Oder was Olli (Bass, Anm. d. Red.) dazu spielt.

 

Sabrina: Aber die Grundstruktur haben sie.

Matthias: Die Struktur wird von uns vorgegeben, weil wir einfach von unserer Probeintensität auch gar keine Zeit haben, zu Fünft Songs zu erarbeiten. So von Null an.

Patrick: Das würde auch gar keinen Sinn machen. Ich glaube diese Zeiten, man erarbeitet zu Fünft im Proberaum Songs das ist…

Matthias: Das macht man in der Schulzeit, Anfangszeit

Patrick: Du fängst an, ein Instrument zu spielen, dann ist das ein soziales Event, dass du probst, im Proberaum abhängst, da Songs schreibst, auch demokratisch dran gehst - findet jeder der fünf Mitglieder, im schlechtesten Fall acht Mitglieder, je nachdem wie viele die Band hat, das Riff gut und dann diskutierst du über ein Riff. Das war von vorne herein eigentlich in der Band klar, dass das nicht passieren wird. Das war auch tatsächlich ganz am Anfang eine von meinen Bedingungen, dass ich einsteige, dass es einen gibt, in dem Fall der Matz, der irgendwann in irgendeiner Situation das letzte Wort hat. Also wenn es tatsächlich eine Pattsituation gibt, muss einer entscheiden. Und das hat bis jetzt sehr gut funktioniert.

Matthias: Ich hatte tatsächlich noch nie einen so harmonischen Umgang in einer Band. Wenn einfach manche Dinge geklärt sind, wenn man einfach sagt, Demokratie geht in einer Band bis zu einem gewissen Level. Das man sagt ‘Ok, ich habe folgenden Vorschlag, wie seht ihr das?’. Man gibt nicht den Diktator, sondern ich gebe das in die Band. Und wenn die Mehrheit sagt ‘finde ich Scheiße’, macht man es halt nicht. Aber wenn das irgendwann Auswüchse annimmt, dass man wirklich anfängt über Riffs zu diskutieren oder so, dann wird es Zeitverschwendung. Dann bin ich der Meinung, ist die Demokratie fehl am Platz, dann muss es irgendwie einen Steuermann geben. Das war von Anfang an das Konzept in der Band und das hat jeder, dadurch dass erfahrene Leute dabei sind, gesagt ‘Ja bitte, ich möchte auch nicht mehr anders Musik machen’. Denn alles andere wird nur Gelaber. Alles andere ist stundenlange Diskussion und man braucht 3 Monate, um einen Song fertig zu bekommen und man bekommt nichts auf die Reihe, weil jeder immer meint auch noch seinen Senf dazugeben zu müssen. Hin und wieder kommt es auch vor, dass einer etwas nicht gut findet und es heißt ‘ja, aber das ist jetzt so’. Anders kriegst du so ein Projekt auch nicht über die Bühne.

Patrick: Das ist auch die Grundidee, dass wir gesagt haben, wir schreiben zu Zweit oder er schreibt alleine Zuhause auf der Akustikgitarre, ich mache alleine Zuhause den Song fertig und bringe ihn mit zur Probe und wenn der Mätthy einen anderen Schlagzeugbeat drunter hört oder sagt ‘ich höre da kein Double-time, ich höre das und das’ oder ‘an der Stelle höre ich gar kein Schlagzeug’, ist das für uns ja auch immer geil, weil wir dann auf einmal einen neuen Song hören und sagen krass, was aus dem jetzt geworden ist. Dadurch, dass wir auch diese enorm vielen Riffs geschrieben haben, war es dann auch kein Problem, wenn jemand gesagt hat ‘Der geht mir jetzt aber gar nicht ab’, dann haben wir den einfach gekickt.

Matthias: Diese Umgang geht auch nur mit guten Leuten, mit erfahrenen Leuten und mit Leuten, denen man vertraut. Das man wirklich sagt, ich habe das Beste für die Band oder das Beste für den Song im Sinn. Dass es eben genau kein Egotrip wird. Das klingt immer so, wenn man sagt in der Band gibts einen Chef, der sagt wie es läuft. Das klingt immer so nach Ego aber das Gegenteil ist der Fall. Es ist eigentlich wirklich, obwohl wir Anfangs gesagt hatten, Demokratie hat hier nichts zu suchen in der Band, die demokratischste Band, in der ich je war. Es ist oft so, und das können mit Sicherheit andere Bands und andere Musiker bestätigen, dass wenn man auf diese Demokratie in der Band pocht ist meistens doch einer da, der den Dicken macht.

Patrick: Sobald mehr als zwei Leute dabei sind, wird es schwierig, die unter einen Hut zu bringen. Und auch Meinungen unter einen Hut zu bekommen. Ich weiß von Bands, die ein Album fertig haben und sich dann über das Artwork komplett zerstritten haben, wo es um Rottöne ging. Wo ich dann auch sage, mir ist das letzten Endes scheißegal, es muss halt gut aussehen. Das ist ein Bereich, in dem ich wenig Ahnung habe, also wieso soll ich mich da einmischen?

Matthias: Ja und auch wenn mir etwas nicht gefällt, dann ist es jetzt halt so. Das ist im Leben auch so, dass ist in meinem Job auch so. Das ist ok, das darf so sein. Wenn ich hier zwischen Patrick und Phil im Studio sitze, habe eine Idee und die sagen beide ‘Ich finde das anders aber geiler’, dann sag ich nicht ‘Ich bin aber hier der Chef’ sondern ‘Ok, wenn ihr das so seht. Ich respektiere eure Meinung. Und deshalb mache ich mit euch ein Album, deshalb mache ich mit euch Musik. Dann wird da was dran sein’. Gestern hatten wir so eine Diskussion, eine Situation gehabt, in der wir einen Song durchgehört haben und ich dachte ‘Der funktioniert für mich irgendwie nicht. Ich finde das ganz seltsam.’  Und Phil sagte ‘Mach dir keinen Kopf, der muss sauber gemixt werden und dann läuft die Nummer’. Das ist für mich pures Vertrauen. Ich höre das im Moment nicht. Aber wenn er das so sagt, wird das so sein. Und so arbeiten wir auch in der Band. Das ist halt geil.

Patrick: Das große Problem ist, was jede von unseren vorherigen Bands hatte, dass man irgendwann über Geschmacksfragen diskutiert. Was ist jetzt gut? Nach meinem Geschmack ist das gut, nach dem anderen seinem Geschmack ist das gut und jetzt sag mal, was besser ist.

Matthias: Über Geschmack zu diskutieren findet kein Ende.

Patrick: Da haben wir hier beschlossen, Studiozeit - da ist letzen Endes das was Phil sagt das letzte Wort. Denn er hat auch das frischeste Ohr, das in diesen Produktionsprozess rein kommt und das eventuell auch das Ohr ist, das das Gesamtprodukt vielleicht sogar am Besten bewerten kann am Schluß. Oder er sagt ‘So kann ich das am einfachsten mixen.’ Oder ‘Ihr könnt jetzt noch 15 Gitarrenspuren und 20 Gesangsspuren machen und ich werf sie eh nachher weg.’

Matthias: Wir haben seit Anfang der Vorproduktion irgendwo eine Leadgitarre drauf, Phil hört das Ding zum ersten Mal und sagt, dass ist totale Scheiße. Schmeiß es weg.

Patrick: Was nie passiert bei Gitarrenspuren. (Allgemeines Gelächter)

Matthias: Ja, und dann machen wir es eben. Deshalb sind wir ja hier. Deshalb bezahlen wir ihm ja Unmengen an Geld.

Phil: Ja, ich habe jetzt ausgesorgt.

Patrick: Und ich brauche dann immer einen Psychiater wenn ich hier rausgehe, weil ich immer nur gesagt bekomme ‘Das machen wir nicht von dir und das machen wir nicht von dir, das ist Scheiße, machs doch mal anders’

Sabrina: Und überhaupt, was kannst du denn noch nicht?

Patrick: So ist es.

Phil: Er ist eben sehr zart besaitet. Wortspiel.

Matthias: Er kann auch nicht viel.

Patrick: Aber dafür bringe ich unheimlich viel…

Matthias: Unruhe

Patrick: ...Humor mit.

Phil: Schlechte Stimmung

Patrick: Doofes Aussehen

Phil: Schlechtes Wetter

Patrick: Und doofe Sprüche

Sabrina: Ja, hat ja jeder so seine Talente

Matthias: Kann nix, bringt nix, ist aber halt immer dabei. Er ist harmlos. Er kommt gern mit.

Patrick: Ist beim Gig der Erste, der da ist und trägt die Koffer.

 Interview 20171216 SurrendertheCrown2Interview 20171216 SurrendertheCrown3

Sabrina: Erzählt mir doch mal was zu den Songs. Was habt ihr denn mit reingebracht…

Matthias: Du meinst inhaltlich, textlich?

Sabrina: Zum Beispiel. Was hat euch denn inspiriert?

Patrick:  (murmelt) Pff. Textlich.

Sabrina: Du darfst mir auch gerne erzählen, was dich..

Patrick: Nein, mach zuerst die Texte.

Matthias: Texte sind bei mir immer Sachen, die mich persönlich irgendwie bewegen, Gedanken, die ich mir mache, Umfeld. Schwer zu sagen. Ich finde es nicht gut, Texte auseinander zu nehmen und zu sagen in dem Song geht es darum. Sondern es sind persönliche Sachen, mit Inhalten, die mich beschäftigen, wo ich mir Gedanken drüber mache und es geht viel darum, wie ich das Leben sehe und wie nicht. Worum es im Leben geht. Es sind zum Beispiel auch Gespräche, die ich mit Phil führe, über die Welt und über die Menschheit und so.

Phil: Das artet jedes Mal komplett aus.

Matthias: Das stimmt. Also das muss nicht alles autobiographisch sein. Es sind nicht alles Sachen, die ich erlebt haben muss. Es sind einfach Dinge, über die ich nachdenke. Es sind sehr persönliche Dinge. Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben eine politischen Song geschrieben, der aber jetzt nicht auf dem Album sein wird. Es ist eine der B-Seiten. Aber normalerweise sind es persönliche Geschichten. Ich habe mit Politik in Musik und Texten sehr wenig am Hut muss ich sagen. Aber im Grunde kommt das so ein wenig durch die Hintertür, auch dieses Politikthema, was mich persönlich vielleicht nicht betroffen hat aber über das ich viel nachgedacht habe. Und über das ich auch viel gesprochen habe. Und solche Geschichten - also eher persönlich als gesellschaftlich oder politisch obwohl es da natürlich gewisse Schnittmengen gibt. Das hat sich tatsächlich seit dem ersten Album nicht geändert. Ich habe immer Texte so als, ja, Therapie ist zuviel gesagt, aber einfach so...

Patrick: als Ventil

Matthias: ...ja, das was in mir war, findet irgendwie seinen Weg in die Texte.

Sabrina: Von der Seele schreiben

Matthias: Quasi. Wobei, das klingt immer so negativ. Das klingt so ‘ach, mir geht’s so schlecht und ich muss jetzt was schreiben’. Aber das ist gar nicht so der Fall. Es sind auch sehr viele positive Sachen dabei. Weil ich auch bewusst diesem Ding entgegen gehen will, man macht harte Musik, man muss irgendwie Negativität verbreiten.

Patrick: Satan (alle lachen)

Matthias: Ja. Und deswegen, ich versuche auch Songs zu schreiben wenns mir gut geht, um auch positive Inhalte..

Phil: Die kommen dann nur nicht aufs Album.

Matthias: Ja, die kommen dann nie aufs Album, genau. Oder das man Wünsche, oder Träume oder Vorstellungen formuliert. Es ist halt so aus der Persönlichkeit. So würde ich es beschreiben. Ohne jetzt wirklich konkret auf einen Song einzugehen und den auseinanderzunehmen und zu sagen ‘Hier geht es darum’. Das möchte ich - ich weiß nicht ob das jetzt über-wichtig klingt - tatsächlich demjenigen überlassen, der es hört. Oder der es liest. Ich fand es immer schade, wenn ich einen Text gehört habe, der mir etwas bedeutet und dann kam der Künstler und hat erklärt, das heißt aber das und das.

Sabrina: Und das war so ganz anders.

Matthias: Und das ist etwas ganz anderes. Dann dachte ich schade. Das will ich niemandem nehmen. Wenn jemand was drin sieht, was er gut findet oder was ihm irgendwie was bringt, ihn irgendwie vielleicht auch inspiriert, wie es mir oft ging, dann will ich das so stehen lassen. Dann hat das in dem Moment diese Bedeutung, die du darin liest. Und wenn ich diese Sachen raus gebe, wenn ich diese Sachen veröffentliche, dann gebe ich quasi dazu auch die Erlaubnis. Also du darfst so interpretieren, wie du das siehst. Ich habe meine Interpretation, aber die drücke ich dir nicht auf. Und deshalb will ich die auch nicht bewusst öffentlich machen. Das war auch so mein Antrieb hinter den Texten.

Alle schauen erwartungsvoll Patrick an.

Patrick: Wie war die Frage? (lachen)

Matthias: Die Songs. Erzähl mal was über die musikalische Seite der Songs.

Patrick: Haben wir musikalische Seiten?

Matthias: Ne.

Sabrina: Was hat dich dazu gebracht, die so zu schreiben, wie du es getan hast?

Patrick: Da kann ich relativ viel, von dem was Matz zu den Texten gesagt hat, einfach abkupfern.

Phil: Reines Ego.

Patrick: Reines Ego. Nein, ich glaube auch das, was du eben gesagt hast, dass dir das erste Album besser gefällt als das zweite und ich gesagt hatte, dass zweite war noch näher am ersten… Beim zweiten Album haben wir zum Beispiel zum ersten Mal zusammen Songs geschrieben. Und jetzt mittlerweile wissen wir beide, wie der andere tickt, was für den anderen funktioniert, was auch für die Band funktioniert, welche Tonlagen passen zu Matzes Stimme, welche Stimmungen mag die einzelne Person in den Songs, dass man jetzt nicht sagt, wir haben eine Lagerfeueratmosphäre in den Songs. Da könnt ich jedes Mal abkotzen, wenn ein Song dieses Schrammelfeeling bekommt. Und das war jetzt, glaube ich, so der Anspruch, dass die Songs in sich stimmiger werden. Mehr Facetten reinbringen, wir haben dieses Mal einen unglaublich harten Song auf dem Album, den wir in der Härte, in der Geschwindigkeit bisher noch nie geschrieben haben. Aber die soften Sachen sind auch einen Tick luftiger geworden. Mit mehr Platz, ein bißchen verträumter vielleicht. Also das man die Extreme einen Tick mehr auslotet, ohne das wir jetzt sagen, wir haben einen Black Metal Song drauf. Also das wird einfach nicht passieren. Aber das wir die einzelnen Bestandteile für uns besser machen, dass wir uns weiter entwickeln. Und dann natürlich, wenn es einen Text gab, dass man dann sagt - der Text bedeutet das und den dann noch mit dem Song unterstützt oder eine Stimmung einfängt. Oder sich im Vorfeld Gedanken macht, da könnte ich mir noch einen Effekt drunter vorstellen, der das nach vorne bringt und damit dann das Ganze coloriert.

Sabrina: Ich habe jetzt diese Bilder im Kopf - euch im Black Metal Design, mit dieser schwarz-weißen Panda…

Patrick: Ich ganz oft, aber es will niemand mitziehen.

Matthias: Ich hab drei-, viermal schon im Studio gestanden so.

Patrick: Komplett fertig, auch heute zum Videodreh. Ich hatte vorgeschlagen, zwischen Wadrill und Gusenburg gibt es einen schönen Wald, da können wir ein Video drehen, da liegt bestimmt jetzt auch noch Schnee.

Sabrina:  Ja, da kann man dann auch Weltklasse Fotos machen.

Patrick: Ja. Ich hab auch viele Nägel im Auto noch liegen.

Phil: Ich würde es feiern.

Matthias: Eigentlich müssten wir mal so ein Black Metal Video machen.

Sabrina: Das wär super lustig.

Matthias: Das wäre echt lustig, finde ich auch.

Phil: Hab ich gestern auch geguckt, die 10 schlechtesten Black Metal Videos.

Matthias: Es gibt richtig viele schlechte Black Metal Videos.

Patrick: Das waren dann die 10 Black Metal Videos, die es gibt. Die waren bei den Bösesten, bei den Besten und bei denen.

 

Sabrina: Wenn wir jetzt schon bei Videos sind. Was machen wir denn heute? Also ihr macht jetzt ein reines Studiovideo?

Matthias: Ja. Also es wird nicht wirklich ein Musikvideo. Es geht darum, den ersten Song vom Album ein bißchen visuell zu unterstützen, den rauszuhauen vorm Release und zu sagen - ‘Hier, es gibt wieder was Neues, klingt etwa so und das haben wir im Studio aufgenommen’. Es ist kein Spielvideo oder kein szenisches Storyvideo.

Patrick: Kein Acting.

Matthias: Genau. Also es passiert hier im Studio, einspielen, irgendwie Dummgelaber oder so. Ich habe als Vorgabe quasi das “Nothing else matters” Video von METALLICA, das ja genau so, genau diese Bilder hat. Das war so die Idee, einfach um etwas Visuelles zu haben und um noch nicht wirklich ein gespieltes Storyvideo konzipieren zu müssen. Ich weiß noch nicht, wo das hin läuft, vielleicht machen wir das auch noch. Aber es geht jetzt erst mal nur ums Album-Teasing.

 

Sabrina: Habt ihr schon eine Idee, wann ihr das Video raushauen wollt?

Matthias: Das ist noch nicht klar. Mal sehen, wann wir es fertig bekommen, wann das Album fertig ist, dann kann das unabhängig von allem raus.

Patrick: Also im besten Fall so zwei, drei Wochen vor dem Release, frühestens und spätestens in der Woche vor dem Release.

Sabrina: Ok, also da ziehen schon noch einige Wochen ins Land.

Patrick : Ja. Also es passiert ja jetzt ohnehin nicht mehr viel. Der Dezember ist ja praktisch gelaufen, dann im Januar sind wir, denke ich mal, mit den letzten Sachen am Album und Artwork beschäftigt und dann… Anfang Februar denke ich….

Matthias: Ja, das wäre eine ganz gute Zeit vielleicht

Patrick: ...wird das Video rauskommen, sage ich jetzt mal so.

Sabrina: Passend zum Gig in Zweibrücken.

Patrick: Genau.

 Interview 20171216 SurrendertheCrown5

Sabrina: Ihr wart jetzt relativ, ja gut was heißt relativ lange - so 4-5 Wochen wart ihr jetzt im Studio…

Matthias: Wir waren ungewöhnlich lange für unsere Verhältnisse. Die ersten beiden Platten sind tatsächlich in zwei Wochen entstanden. Mit ausgelagertem Gesang - muss ich dazu sagen. Und jetzt haben wir tatsächlich 5 Wochen gemacht, weil wir einfach gesagt haben, wir wollen auch mal was das produktionsmäßige angeht den nächsten Schritt machen. Und haben dann auch tatsächlich mal etwas mehr Geld in die Hand genommen, ein bißchen mehr Zeit eingeplant - deshalb auch die Idee mit den 17 Songs, dass das überhaupt klappen kann. Einfach sich mal mehr Zeit lassen und sagen zu können ich will jetzt das mal noch ausprobieren, hab mal hier noch Bock drauf, lass uns vielleicht die Idee noch machen anstatt komplett straight das Ding durchzuhauen und zu sagen ‘Wir haben nur zwei Wochen’. Das war einfach so die neue, andere Überlegung.

Patrick: Das war auch so der Anspruch tatsächlich, den wir vorher mit Phil abgemacht hatten. Es geht jetzt weniger darum, ob wir das eingespielt bekommen sondern wir gehen tatsächlich nochmal an die Riffs ran, bekommen wir das noch runder, einfach auf nächste Level gehoben. Ist der Ton gut?

Matthias: Können wir überall Dur-Terz dazu machen oder nicht?

Patrick: Also auch da zu sitzen und zu sagen, funktioniert das überhaupt? Ich stell mir hier jetzt so ein Wüstenfeeling vor, hat der Song das? Wie bekommen wir das hin, wenn er es nicht hat? So an diese Sachen gehen, weniger daran ob wir es eingespielt bekommen.

Matthias: Nicht immer nur oh, der Song ist fertig, deshalb muss der aufs Album, sondern auch - funktioniert der? Hat der Relevanz fürs Album? Also das ist für mich so, ich sag mal philosophisch, vom Denkprozess her was das Album angeht, was den nächsten Schritt angeht, nicht Songschreiben und sagen oh geil, geil, geil, aufnehmen sondern Song geschrieben, macht der was? Funktioniert der? Hat der irgendeine Aussage? Erzeugt der Bilder? Also ist der im besten Sinne relevant? Also ich spreche jetzt nicht von “The Wall” oder “Born to run” sondern macht der Sinn? Gibt es eine Grund den Song zu veröffentlichen?

Sabrina: Passt der ins Gesamtbild?

Matthias: Unter anderem.

Patrick: Also macht der auch mit uns was?

Matthias: Will den jemand hören? Also das man nicht so in seinem eigenen Saft schwimmt und denkt, man hat nen Song gemacht und deshalb ist der geil. Sondern, wenn ich den veröffentliche, kann da jemand was mit anfangen? Das hat nichts damit zu tun, dass ich mich anbiedern will sondern habe ich was zu sagen?

Patrick: Ich glaube auch, dass wir bandintern ein besseres Vokabular entwickelt haben, dass wir sagen ‘ich stelle mir den Song so und so vor’. Beim zweiten Album hatten wir damit erst angefangen. Wir hatten auch 25 Songs geschrieben, die tatsächlich dann auch rigoros aussortiert wurden, aber da sind auch Ideen auf dem Album gewesen, von denen ich glaube, die würden heute einen Tick anders klingen. Und die würden mehr so klingen, wie sie eigentlich gedacht waren, wenn man dieses Vokabular jetzt einfach besser hat. Wie zum Beispiel dieser Vergleich, dieses wüstige, bekommt man andere Farben rein, also einfach dieses, dass wir uns besser verstehen, dass wir mit Phil besser kommunizieren können, auch in der Band, im Proberaum besser argumentieren bzw dann besser schreiben können. Das ist glaube ich so…

Matthias: Klarere Richtungen vorgeben. Also der Song fühlt sich für mich so und so an, der Text löst das und das in mir aus. Kriegen wir das irgendwie in die Musik?

Patrick: Oder es kann auch ein Bandvergleich sein. Das man sagt, in die Richtung gehen ganz egal, ob man jetzt sagt, das soll NICKELBACK, METALLICA oder STING sein oder...

Sabrina: SHINEDOWN

Matthias: oder SHINEDOWN

Patrick: Es gibt ja Leute, die hören die.

Sabrina: Jaaa.

Matthias: Was immer gut ist, ich bin mir unsicher, die zwei findens gut, dann sagen die immer ‘Matz, das klingt total nach ALTER BRIDGE'. Weil sie wissen, dass es bei mir genau den Knopf drückt wo ich sage 'Ja, dann ist es gut.’

Patrick: Es gibt tatsächlich Bereiche, in denen wir unheimlich viel Überlappungen haben, auch in der Band.  Wo wir sagen, ja das ist was, wo wir zu fünft auf ein Konzert fahren könnten und uns die Band ansehen.

Phil: ONKELZ

Patrick: ONKELZ (allgemeines Gelächter), FREI.WILD und dann gibts ja noch ein paar rechte Bands.

Matthias: Ein paar rechte Black Metal Bands. Die wir eigentlich alle gut finden. (Sowohl von Patrick als auch von Matthias sarkastische Bemerkungen - Anm. d. Red.)

Patrick: Und dann gibts so Bands, die jeder für sich individuell gut findet.

Matthias: Und die anderen bewusst Scheiße. Was immer schön ist, wenn Leute über uns regelmäßig schreiben ‘Hat sehr viel von DISTURBED’. Dann kotzt Patrick immer total ab, weil der DISTURBED überhaupt nicht gut findet. Und umgekehrt gibt es andere Bands, bei denen ich sage ‘Das ist deine Inspiration hierfür? Damit kann ich gar nichts anfangen’

Patrick: Das ist aber ganz witzig, weil ich mit dem, womit wir oft verglichen werden, mit vielen Bands musiktechnisch überhaupt nichts anfangen kann oder die tatsächlich noch nie gehört habe.

Matthias: Ja, so generell ist das mit der Inspiration relativ cool, weil das so breit gefächert ist. Also Patrick hat zum Beispiel, der letzte Song auf dem Album ist eine relativ helle Power Ballade kann man sagen, gesagt er war komplett von STEVE VAI beeinflusst. Und ich habe gedacht, ich kann überhaupt nicht genug über STEVE VAI sagen, um das herauszuhören, aber ich finde es spannend. Für mich ist STEVE VAI momentan keine Inspiration, aber ich finde es geil, das so zu kombinieren mit meinen Sachen. Wenn ich sage, ALTER BRIDGE oder DISTURBED oder DEMON HUNTER oder ich höre auch viel so Rock/Pop Kram, wie der Patrick gerade STING erwähnt. Und das sind tatsächlich Inspirationen für mich. Und das zu verbinden, dass ist spannend. Der Olli hört viel so düsteren Elektrokram und Gothic und diese Sachen, Phil (Köhl, Gitarrist, Anm. d. Red.) hört Hardcore, sauviel Geballer.

Olli: Ich mache aber auch Blues und Funk.

Matthias: Ja, komm, du bist ja Bassist. Mätthy kommt eher aus der Pop-Rock Schiene, 3 DOORS DOWN, so dieses Zeug. Und das alles zusammen gibt ein geiles Spektrum, von dem man auch oft überrascht ist. Ich finde, dass hört man auf der Platte auch wieder. Natürlich hört man raus - es wird die DISTURBED Vergleiche wieder geben. Relativ sicher.

Patrick: Also wir haben uns ja bewusst auch - es gibt ein Korsett, in dem wir uns bewegen. Aber was da reingesteckt wird, entscheiden wir. Letztenendes wird es, im Idealfall, immer nach uns klingen und die Vergleiche sind, wenn man die Bands mag...

Matthias: … die sind ja nicht abwegig. Natürlich kommen da Elemente von ALTER BRIDGE, von TREMONTI, CREED...

Patrick: von GORGOROTH (Running Gag, Anm. d. Red.; bezieht sich auf das Video https://www.facebook.com/surrenderthecrown/videos/1450793008337045/)

Matthias: Und so ein bißchen GORGOROTH, ja, kommen da mit rein, natürlich. Das muss man ja auch gar nicht verstecken. Das ist ja der Kram, der mich, der uns, inspiriert. Aber was unseren Sound ausmacht ist, finde ich, die Mischung.

Phil: Wir haben gestern noch einen Song aufgenommen, da hab ich gesagt der klingt wie DEMON HUNTER.

Matthias: Ja, und dann war ich dabei.

Phil: Da war Matz happy.

Sabrina: Ich hätte jetzt tatsächlich eher gesagt, Mischung CREED und SHINEDOWN.

Matthias: Ja, was man gerade selbst im Ohr hat. Aber SHINEDOWN ist auch einer von meinen Favourites, auf jeden Fall. Mit CREED habe ich singen gelernt. Scott Strapp war, ja, das klingt jetzt super pathetisch, aber Scott Strapp war irgendwie mein erster Gesangslehrer. Ich habe singen gelernt mit “Human Clay” von CREED.

Patrick: Ich habe zum Beispiel witzigerweise von beiden Bands kein einziges Album.

 Interview 20171216 SurrendertheCrown6

Sabrina: Die Vertriebskanäle bleiben wie gehabt, sprich über euch bzw digital?

Matthias: Es gibt Gespräche in andere Richtungen und andere Ideen ausloten, aber da ist absolut noch nichts konkret. Im Moment ist der Stand es bleibt wie es ist.

Patrick: Im besten oder schlechtesten Fall, je nachdem wie die Gespräche laufen, bleibt es wie es ist.

Matthias: Also weltweiter MP3-Vertrieb. Ich bin mit physischem Vertrieb immer vorsichtig, was Retouren angeht. Ich finde, so realistisch muss man sein. Wir verkaufen keine tausende von Alben und wenn wir wirklich einen Weg finden, unsere Platten bundesweit oder Deutschland, Schweiz, Österreich in die Plattenläden zu stellen und kein Mensch weiß, dass es die gibt, dann kauft die auch keiner, du bekommst sie zurück und kannst richtig Geld bezahlen. Das steht in keinem Verhältnis.

Patrick: Außer Neckbreaker macht für uns Werbung!

Sabrina: Also ich bekomme auf jeden Fall das Interview in den nächsten Tagen online.

Patrick: Dann - wenn jeder eurer Leser zwei bis drei Alben kauft, mehr muss es nicht sein… Das wäre auf jeden Fall ein Einstieg für uns. Das könnte vielleicht auch so die Überschrift sein.

Sabrina: Kaufen, kaufen, kaufen!

Patrick: Wenn jeder drei bis vier Alben kauft…

Matthias: Auch gerne auf der Release-Show, wir haben genug dabei. Kauft jeder drei Alben - sagen wir drei, es müssen nicht vier sein…

Patrick: Würden wir das erste Album kostenlos drauf legen.

Matthias: Wenn jemand dreimal das neue kauft, bekommt er das erste so…

Patrick: Das erste oder zweite umsonst.

Matthias: Besser - drei Alben von uns, bekommen sie ein BROACH-Album umsonst. Die sind sehr geil, ich bin totaler Fan.

Patrick: Andi, also der BROACH Sänger, wird ja auch auf unserem Album mitsingen.

Sabrina: Ja, das habe ich gesehen. Das heißt, ihr habt diesmal einen Gastsänger, keine Gastsängerin.

Matthias: Genau.

Patrick: Wir haben noch eine Cellistin auf dem Album dabei und einen Pianisten. Einen Pianisten hatten wir beim letzten Album auch schon für verschiedene Parts, aber dieses Mal ist es ein Tick mehr. Zumindest was er eingespielt hat im Vergleich zum letzten.

 

Sabrina: Ok, eigentlich bin ich durch. Was mich jetzt noch interessieren würde ist - ihr wart jetzt 5 Wochen im Studio..

Matthias: … was habt ihr gemacht? Und mehr ist nicht rausgekommen?

Sabrina: Ihr habt ja alle noch ein echtes Leben. Wie habt ihr das denn geschafft?

Patrick: Welches Leben?

Phil (Köhl): Alles kaputt…

Patrick: Also es ist tatsächlich so, dass bis auf Matz und mich die Jungs Urlaub genommen haben...

Matthias: Für ihre Parts

Patrick:...für ihre Parts und bei mir war es so, dass ich nach der Schule direkt hierher gefahren bin. Abends heim, morgens in die Schule, direkt nach der Schule hier hin, abends heim… ja.

Sabrina: Also noch so richtig was von der Freizeit gehabt.

Matthias: Und bei mir war es so, dass ich meinen kompletten Jahresurlaub auf die Studiozeit gelegt habe.

Patrick: Genau. Dann ging das auch. Wobei es auch tatsächlich alleine mit Phil funktioniert.

Matthias: Er kann auch alles einspielen eigentlich.

Patrick: Es muss nicht immer jemand bewachen. Das hat man ja oft, das jemand sagt er muss da sein, einfach um den Kontrolltrieb zu befriedigen. Es ist aber auch ganz nett, ein zweites oder drittes Paar Ohren irgendwann nochmal dabei zu haben, anstatt immer nur zu zweit da zu sitzen. Das man einfach auch Entscheidungen trifft und sagt komm, dann entscheiden wir zu zweit oder zu dritt. Und deshalb war es auch immer ganz gut, dass irgendjemand von der Band als Konstante im Studio dabei war.

Matthias: Wenn einer von der Band da ist, ist schon ganz gut, ja. Also zu dem, der einspielt.

Patrick: Und das waren in dem Fall wir beide (Matthias und Patrick, Anm. d. Red.).

 Interview 20171216 SurrendertheCrown7

Sabrina: Gut, gut. Heißt - 10.03., Studio 30 gehts rund?

Matthias: Wie gesagt, zu 90% fest.

 


 

“The never ending now” wird das gute Stück heißen, der Titelsong ist zugleich das von Patrick erwähnte härteste Lied des Albums. Dies ist einer der Songs, bei denen das Riff der Ursprung war und der Song drum herum gebaut wurde.

Das Video wird zu “Better Man” sein und wurde nach dem Interview von Markus Braun (braunfilmstory.com) aufgenommen. Einige Bilder vom Dreh gibt es hier zu sehen - wir dürfen gespannt sein, was Markus daraus macht. Der Song jedenfalls ist ein Kracher, was allerdings auf alle zutrifft, in die ich bereits hineinschnuppern durfte.

Bleibt zu hoffen, dass der Winter bald vorüber ist und der Frühling mit neuen Shows und einem Album Release ums Eck kommt.

 

Live-Termine:

02.03.2018 ACH-Eventhalle, Zweibrücken, als Support von CROWN OF GLORY

10.03.2018 - unter Vorbehalt, Studio 30, Saarbrücken, mit BROACH

01.04.2018 Metropolitan Traunstein mit BROACH und HOMELESS KINGS

Interview 20171216 SurrendertheCrown1Interview 20171216 SurrendertheCrown8

 

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