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interview 20180112 katla 09Erinnert ihr euch noch an die Zeit in der Schule, als es Mode war, „Carpe Diem“ überall draufzupinseln? Ich habe das nie gemacht, weil ich es bescheuert fand, ein Motto in einer Sprache die man nicht spricht, auf seine Sachen zu malen. Dabei ist es im Grund ja eines meiner Lebensmottos. Und wenn man schon mal so bekloppt ist, und für HAMFERĐ und AUĐN (und AUĐN, das möchte ich hier nochmal betonen!) nach Island fliegt, und gleichzeitig vom Management von KATLA. eine Interviewanfrage bekommt, dann kann man sich schon mal überlegen: „Carpe Diem – nutze den Tag“ und ein Face to Face anbieten. Dass es aber tatsächlich geklappt hat, das lag ja nicht nur an mir. Ich danke daher zuerst einmal Sonja von CMM dafür, dass sie die Idee so toll fand und sich ordentlich dafür ins Zeug gelegt hat, um es überhaupt möglich zu machen. Und natürlich danke ich Guðmundur Óli Pálmason, genannt Gummi, der sich relativ spontan die Zeit genommen hat, sich mit mir in Reykjavík zu treffen. Und ich bin froh, dass wir das auch trotz verspäteten Fluges meinerseits und unvorhergesehenem Arbeitseinsatz seinerseits geschafft haben.


Anne: Warum hast du den Namen KATLA. gewählt? Warum KATLA. und nicht ein anderer Namen?

Gummi: Ich wollte, dass die Band nach einem isländischen Vulkan benannt ist. Und ich sagte zu Einar: „Hey, weißt du, wir können wählen zwischen Katla und Hekla“. Nun, ich sagte zu ihm, wir können Katla benutzen, oder Hekla, oder wir können Eyjafjallajökull benutzen, aber Eyjafjallajökull ist ziemlich unaussprechbar und so wurde es Katla. Und ich wollte aus mehreren Gründen wirklich den Namen eines isländischen Vulkans: I finde, es passt zur Musik, es ist auch eines der Dinge, wo die Inspiration, eine neue Band zu gründen, herkommt. Und ich arbeite als Tourenführer und bin jeden Tag draußen in der Natur, von daher hat mich das ganz direkt beeinflusst, ein neues Produkt zu erschaffen und ich musste es nach etwas benennen das damit zu tun hatte.

Anne: Würdest du KATLA. eher als Band oder als Projekt bezeichnen? Weil ihr ja nur zwei Leute seid.

Gummi: Wir sagen, es ist ein Projekt. Weil es keine Band ist. Denn Bands, die haben einen Proberaum und die treffen sich zweimal pro Woche und schreiben Musik und sie haben Auftritte … wir machen das nicht. Wir hatten nicht eine einzige Probe. Von daher, ja, es ist ein Projekt. Aber wir werden sehen. Ich meine, vielleicht, VIELLEICHT, werden wir den nächsten Schritt tun und eine Liveband werden, aber im Moment gibt es da wirklich keine konkreten Pläne.

Anne: Ich habe mich nur gewundert, weil unter dem Facebookpost vom 31. Dezember vier Namen stehen.

Gummi: Ok (lacht), ich weiß dass das etwas verwirrend sein kann. Der dritte ist Atli, er sollte eigentlich unser Bassist werden, aber aufgrund seines engen Terminplanes und meines engen Terminplanes – und Einar hat auch einen engen Terminplan – haben wir drei es nie geschafft, uns mal zu dritt zu treffen und so endete es nur mit mir und Einar, aber er ist immer noch ein Teil des Teams. Und dann haben wir noch den vierten, Hafsteinn, der aushilft, er ist Teil des Teams. Er ist nicht involviert – keiner der beiden ist in das Schreiben von Musik oder Texten involviert. Aber wir besprechen Ideen und sie steuern Ideen bei und solche Sachen, also sie sind sozusagen ein Teil des größeren Teams.

Anne: Und ihr habt diesen Punkt hinter KATLA.. Was ist der Grund für diesen Punkt und warum ist er wichtig?

interview 20180112 katla 06Gummi: Nun, es war ein Unfall. Wirklich. Es war so: Einar machte den ersten Entwurf für das Logo und er schickte es mir, aber es waren nur die Umrisse. Ich wollte die Buchstaben ausgefüllt haben. Und ich wollte keinen Computer dafür benutzen, also nahm ich einen Stift, und begann, die Umrisse auszumalen, wie ein Kind bei einem Malbuch. Nur, dass der Stift nicht funktionierte. Es war so ein Stift, wo man die Mine reindrücken muss und dann kommt die Farbe raus. Ich machte das ein paarmal und so entstand dieser Punkt. Und ich dachte: „Oh, das ist cool, lass uns das benutzen.“ Und dann füllte ich das Logo aus. Aber wir haben es nicht so geschrieben, es war nur im Logo. Aber später, als wir herausfanden, dass es tatsächlich noch eine andere Band namens KATLA gibt, dachten wir „Gut, dann sind wir eben KATLA mit einem Punkt.“. Aber, weißt du, wir haben noch nicht mal darüber nachgedacht, ob es auch andere Bands mit dem Namen KATLA gibt, denn ich weiß, dass es keine Band namens KATLA in Island gibt und wer würde sich sonst nach einem isländischen Vulkan benennen? Einen Band in Schweden? Ich bitte dich!

Anne: Ich glaube, es ist auch ein Name.

Gummi: Ist es jetzt. Aber der Ursprung des Namens ist der Vulkan. Katla kommt von dem Wort ketill, was Caldera bedeutet. Das ist der Ursprung des Namens. Aber ja, du hast Recht, es ist auch ein weiblicher Name. Und das ist auch eines der Dinge, die ich interessant fand. Ich wollte eine Art weiblichen Namen für die Band. Um den männlichen Stereotyp des Heavy Metals abzuschütteln. Er ist ja auch männlich dominiert. Wir haben keine Angst davor, in Berührung mit unserer weiblichen Seite zu kommen – sozusagen. Die Texte und die Musik sind ziemlich sanft, es geht um Emotionen. Also, warum keinen weiblichen Namen dafür, warum nicht direkt die weibliche Seite ansprechen? Und denke daran, dass die weibliche Seite gleichzeitig auch ein Vulkan ist! So sind die Frauen (lacht). Heute eisbedeckt und am nächsten Tag brichst du aus.

Anne: Wann hast du dich entschlossen, KATLA. zu gründen?

Gummi: Wahrscheinlich so im August, September 2015, so um den Dreh. Es passierte sehr schnell. Ich brauchte ein neues Ventil für meine Musik. Ich bin sicher, du weißt alles über den…

Anne: Ja.

Gummi: Also, zuerst dachte ich, ich bin fertig mit Musik. Ich mag die Musikindustrie nicht, ich mag das Musikbusiness nicht. Ich mag besonders die Leute im Musikbusiness und der –industrie nicht und ich dachte ich bin fertig damit. Aber dann brauchte ich ein halbes Jahr, neun Monate oder so, um zu erkennen, dass das nicht der Grund war, warum ich Musik machte. Ich machte es für mich selbst. Es ist etwas, was du tun musst. Wenn du angefangen hast, Dinge zu erschaffen, kannst du das nicht einfach abstellen. Kreativität ist etwas, das von innen kommt. Also ja, so im August, September herum fühlte ich das Bedürfnis, wieder etwas zu tun. Ich kontaktierte Einar und Atli und Einar lebte damals in Norwegen. Er kam rüber nach Island, er hatte nur einen Monat oder so zur Verfügung, also mussten wir es schnell machen. Ich begann, einen halben Song zu schreiben aber ich bin kein so kreativer Songschreiber wie er, also übernahm er die Idee und wir arbeiteten zusammen daran. Aber wir hatten nur den einen Song und dann musste er zurück nach Norwegen. Wir sagten uns, entweder wir gehen jetzt ins Studio, nehmen diesen einen Song und hoffentlich noch einen auf oder dieses Projekt wird sterben bevor es geboren ist. Wir sprachen mit unserem Freund Halldor von der Band LEGEND, wir buchten sein Studio und wir hatten nur einen Song. Wir nahmen ihn auf, nahmen das Schlagzeug auf und den Bass und im Studio wurde ein neuer Song geboren. Da dachten wir uns: „Oh, cool, zumindest können wir eine EP veröffentlichten“, zwei Songs, weißt du.
 


"Und denke daran, dass die weibliche Seite gleichzeitig auch ein Vulkan ist!"


 
Anne: Woher kennst du Einar?

Gummi: Ich kenne Einar seit mehr als 20 Jahren. Als meine alte Band 1995 ihr erstes Demotape aufnahm, hörten wir von einer anderen Black Metal-Band in Island, die ebenfalls ein Demo aufnahm. Und damals konnte ich die Leute, die in Island Black Metal hörten, an den Fingern meiner Hände abzählen. So viele, oder besser so wenige waren es. Von daher war es ziemlich natürlich, oder eher vorhersehbar, dass unsere Wege sich kreuzen würden. Ich hörte von Ihnen und durch gemeinsame Freunde trafen wir uns, wir wurden Freunde und ein oder zwei Jahre später hatte Einar eine andere Band mit einem Gitarristen, der heute der Mann hinter KONTINUUM ist, und sie brauchten einen Schlagzeuger um das Demo einzuspielen und ich machte das dann. Diese Band entwickelte sich dann zu einer Band namens POTENTIAM, und wieder waren es nur die beiden und sie brauchten einen Schlagzeuger für das erste Album, also sprang ich wieder ein. Das war 1998. Und das war im Grunde die erste richtige Aufnahme, die ich je gemacht habe, und das gleiche gilt für Einar. Es war die erste richtige Aufnahme, die er je gemacht hat. Denn davor hatte ich nur Demos mit SÓLSTAFIR aufgenommen, auch wenn eines davon dann eher eine Mini-CD war, aber es wurde als Demo aufgenommen. Also ich kenne ihn im Grunde seit 1995 und wir haben seitdem immer mal wieder zusammengearbeitet. Ich kam 2005 zurück zu POTENTIAM und wir beide nahmen sogar 2008 ein Album zusammen auf, das nie veröffentlicht wurde. Und das übrigens nie veröffentlicht werden wird (lacht).

Anne: Warum nicht?

Gummi: Weil es einfach zu gut ist! (lacht)

Anne: Wenn ihr zwei Songs schreibt, wie macht ihr das? Schreibt einer die Texte und einer die Musik oder machen beide beides?

Gummi: Wir machen beide beides. Er schreibt mehr Musik und ich schreibe mehr Texte. Denn wir sind keine Band, wir arbeiten auf eine andere Weise als ich das von vorher gewohnt bin. Früher, in meiner alten Band, wir trafen uns in einem Raum und warfen Ideen in einen Topf und dann arbeiteten wird daran zusammen als Gruppe. Niemand würde je etwas mitbringen, das komplett fertig ist. Außer Texte natürlich, aber keine Musik. Aber in diesem Fall, auch weil wir uns nicht sehr oft sehen, ich meine, er lebte in Norwegen als wir begannen, ich war hier in Reykjavík und von daher bestand es hauptsächlich aus dem Aufnehmen von Ideen, die wir dann über das Internet hin und her schickten. Es ist eine andere Art zu schreiben.

Anne: Die EP, die ihr zuerst aufgenommen habt, war eher ruhig, meiner Meinung nach. Habt ihr geplant, jetzt etwas härter zu werden oder hat sich das einfach so entwickelt?

Gummi: Es hat sich so entwickelt. Wir haben eine Idee, wohin wir als nächstes wollen, aber es muss nicht unbedingt dorthin gehen. Wir sehen einfach, was passiert und wollen nichts erzwingen. Das war einfach die Stimmung, in der wir waren, als wir die EP gemacht haben. Und als wir mit dem Songwriting für das Album begannen, waren wir in einer etwas anderen Stimmung. Und wenn wir das Songwriting für das nächste Album beginnen – wir haben bereits begonnen, bzw. Einar hat begonnen – wird die Stimmung wieder etwas anders sein, von daher werden wir sehen. Wir entscheiden niemals vorher, wie die Songs werden sollen, wir wollen uns nicht selbst einengen. So wie eine meiner Lieblingsbands, ULVER aus Norwegen. Und ich LIEBE die Tatsache, dass sie sich auf jedem einzelnen Album verändern. Ich will nicht sagen, dass KATLA. solche drastischen Wechsel machen wird, aber ich respektiere Künstler, die das tun. Die einfach das machen, worauf sie Lust haben.

Anne: Um was geht es bei dem Album? Ist es ein Konzeptalbum?

interview 20180112 katla 03Gummi: Es ist nicht wirklich ein Konzept, aber man kann sagen, dass es einen roten Faden durch das Album gibt, welches – es ist schwer in ein paar Worten zu beschreiben. Aber man kann sagen, dass die Inspiration für die Texte und die Musik und für das Artwork vom gleichen Ort kommen. Es geht um das Leben in Island im Laufe der Jahrhunderte und den Kampf mit den Elementen. Und um die Verbindungen, die die Generationen untereinander haben. Es ist, wie ich sagte, schwer in nur wenige Worte zu packen, aber meine Eltern, geboren in den 1940ern, sind nicht in die gleiche Welt geboren, in die ich geboren bin; sie sind nicht in die gleiche Welt geboren wie ihre Großeltern und dann bin ich auch nicht in die gleiche Welt geboren, in die meine Kinder geboren sind. Weil sich alles so schnell ändert. Aber vor der Generation meiner Eltern hat sich in Island über 1000 Jahre nichts verändert. Die Leute lebten in Torfhütten. Sie kämpften mit den rauen Elementen. Weißt du, heutzutage haben wir schöne Häuser, wie dieses hier, und Kaffeehäuser, aber die sind nicht einmal 100 Jahre alt. Die Vergangenheit ist nicht so weit von uns entfernt. Ich werde sie nicht in einer Art romantischem, glorifizierenden Nebel sehen, sondern versuchen, sie als das zu sehen, was sie war: Eine sehr harte, schwierige Zeit. Das ist so grob worum es geht. Und um die Verbindung der Generationen innerhalb der Familien, sozusagen.

Anne: Habt ihr überlegt, Übersetzungen anzubieten, entweder im Booklet oder auf der Homepage?

Gummi: Ja, haben wir. Die Plattenfirma, Prophecy Productions, fragte uns, ob wir die Texte übersetzen könnten, zumindest für die Special Edition und wir haben überlegt, kamen aber zu dem Schluss, dass wir sie nicht wirklich übersetzen und gleichzeitig noch die Botschaft rüberbringen und unsere künstlerische Integrität erhalten können. Der Grund dafür ist, dass Isländisch eine sehr bildhafte Sprache ist. Es ist sehr beschreibend. Zum Beispiel das Wort „Idee“. Du weißt, was es bedeutet, aber nur, weil du weißt was es bedeutet, sagt es dir auch etwas. Ich habe keine Ahnung, woher dieses Wort stammt, ich weiß nur, was es bedeutet. Im Isländischen, ist eine Idee, wenn man es wortwörtlich übersetzt, ein Gedankenbild. Es ist ein Bild in deinen Gedanken. Das ist nur ein Beispiel dafür, wie beschreiben Isländisch ist. Also wir könnten etwas direkt übersetzten, aber die tiefe Bedeutung würde verloren gehen. Aus diesem Grund haben wir entschieden, dass wir das nicht machen werden.

Anne: Hast du schon mal von Leuten gehört, die versucht haben, Isländisch zu lernen um deine Texte zu verstehen?

Gummi: Nicht unsere Texte im speziellen, nein. Aber bei meiner alten Band, ja, da hörte ich, dass Leute sagten, dass sie begonnen haben, Isländisch zu lernen, nur um die Texte zu verstehen, was ich schmeichelhaft finde, da ich ja die meisten Texte geschrieben habe.

Anne: Wie wichtig sind Texte für dich, nicht nur bei deiner eigenen Band, sondern auch bei anderen Bands?

Gummi: Bei meiner eigenen Band finde ich sie sehr, sehr wichtig. Manchmal höre ich Bands und mich interessieren die Texte und manchmal nicht. Es kommt auch auf die Texte an. Aber mit KATLA. – wir sehen KATLA. al sein – wir sagen manchmal, es ist ein ganzheitliches Kunstprojekt. Es geht nicht nur um die Musik. Es geht darum, eine Stimmung zu kreieren, mit der Hilfe von Musik, Worten und Bildern. Und die Worte sind so wichtig wie die Musik und die Bilder und umgekehrt. Aber, weißt du, ich kann auch Rock’n’Roll mit bescheuerten Texten hören und es ist mir egal. Aber wenn ich eine Verbindung zu den Texten aufbauen kann, dann gibt das auch der Musik eine tiefere Bedeutung.
 


"Ich werde [die Vergangenheit] nicht in einer Art romantischem, glorifizierenden Nebel sehen, sondern versuchen, sie als das zu sehen, was sie war: Eine sehr harte, schwierige Zeit."



Anne: Die Texte auf der EP waren eher auf die Natur bezogen, soweit ich sie verstanden habe. Die Texte auf dem Album scheinen auch naturbezogen zu sein, aber da ist auch noch eine andere Bedeutung in den Texten. Das ist zumindest das, was ich von den Texten verstanden habe.

Gummi: Ja, du hast Recht. Ich würde das gleiche auch über die EP sagen. Da gibt es auch eine tiefere Bedeutung, eine tiefere, persönliche Bedeutung, aber natürlich kann es für die Leute hart sein, das zu erkennen. Aber für das Album, ja, es ist nicht so naturbasiert, es hat mehr mit dem persönlichen Gefühl zu tun und der Verbindung, die wir mit dem Land teilen und, wie ich schon sagte, jede Generation hat eine andere Verbindung und wir haben eine Verbindung zu dieser Generation. Es ist also größer, oder man könnte sagen, die Texte sind von einem kleinen zu einem größeren Punkt gewachsen. Und werden sich wahrscheinlich noch weiter ausdehnen.

Anne: Warum geht es in “Móðurástin”? Ich spreche kein Isländisch, aber ich spreche ein wenig Färöisch, von daher verstehe ich Isländisch ein wenig, wenn ich es lese und was ich von dem Song verstanden habe, ist dass es um die Beziehung zwischen einer Mutter und ihrem Kind geht und dass beide einander lieben aber irgendwie nicht zusammenkommen oder sowas in der Art.

Gummi: Der Titel direkt übersetzt wäre “Mutterliebe”. Was, wie du weißt, der Albumtitel ist und er kann auf mehrere Arten interpretiert werden. Die Mütter könnte die Natur sein, oder dein Land, oder die Sprache oder was auch immer. Aber der Text des Songs ist tatsächlich viel dunkler. Es geht um eine Sache die, - nun, sie war nicht üblich, aber es passierte in Island in vergangenen Jahrhunderten – wenn es armen Müttern, in der Regel Mägde auf Bauernhöfen, nicht erlaubt war, zu heiraten, weil sie sich kein eigenes Haus leisten konnten. So strikt und bescheuert waren die Gesetze in Island. Aber natürlich würden sie Kinder haben. Weil, weißt du, man kann Menschen nicht stoppen, wenn sie geil sind. Sie mussten also ihre Schwangerschaft verbergen und wenn das Kind geboren war, dann trugen sie es hinaus und – wenn man es wörtlich übersetzt, nennen wir es „das Baby hinaustragen“. Das war es, was sie taten. Sie brachten es irgendwo hin und ließen es auf dem Feld zurück und es starb. Weil es ihnen nicht erlaubt war, Kinder zu haben. Und die Konsequenzen, wenn jemand herausfinden würde, dass sie ein Kind haben, waren wirklich schwerwiegend. Darum geht es in dem Song. Es geht um diese alte, brutale Realität, der sich einige Mütter in dieser Zeit gegenüber sahen. Denn: Stell dir mal vor, was kann denn stärker sein als die Liebe einer Mutter für ihr neugeborenes Baby? Ich meine, es gibt auf der Welt kein Gefühl, das stärker ist als dieses. Und stell dir vor, gleichzeitig gezwungen zu sein, dein Baby quasi zu töten. Du willst es nicht, aber du hast keine Wahl. Es ist eine schreckliche Situation. Und die Gefühle, die aus dieser Situation entstehen, müssen wirklich, wirklich stark sein. Das ist etwas, worüber ich schreiben wollte. Aber als ich begann, den Text zu schreiben, stieß ich auf ein Problem, denn wie schreibt man über so etwas ohne übermäßig dramatisch rüberzukommen oder man erzählt einfach nur kalte, historische Fakten. Also dachte ich, vielleicht sollte ich es nicht zu ernst nehmen. Die Lösung war, dass wir drei Stimmen haben. Es gibt die Stimme der Mutter, gesungen von Einars Schwester. Sie hat noch nie zuvor in einem Studio gesungen und ich finde, sie hat einen wirklich guten Job gemacht. Dann singt Einar die Stimme der – man könnte sagen einer Art von Autorität. Es könnte der Tod selbst sein oder jemand, der ihr sagt, dass sie das Kind loswerden muss. Und dann sind da die wilden Schreie des Kindes, die ich eingesungen habe. Das sind die drei Stimmen, die wir in das Stück eingebaut haben, um die Geschichte zu erzählen ohne übermäßig dramatisch zu wirken. Es hat etwas kindliches. Es ist beinahe albern. Als wir es aufgenommen haben, haben wir im Studio gelacht, wir dachten: „Wirklich?“. Aber wir haben schönen weiblichen Gesang und diese verrückten Schreie und wir haben Einar, der wie ein Priester oder so sing. Wir dachten, die Leute würden es hassen, aber es scheint, sie mögen es.

interview 20180112 katla 07Anne: Und am Ende des Songs hört man deine Urgroßmutter singen.

Gummi: Ja, genau!

Anne: Warum existiert diese Aufnahme überhaupt? War sie eine Sängerin?

Gummi: Ja, war sie. Die Aufnahme entstand 1934. Was – das kannst du mir glauben – sehr selten war, dass Sänger 1934 Aufnahmen machten. Besonders in Island, da es hier nur einen Ort gab, an dem man Aufnahmen machen konnte. Es wurde direkt auf Vinyl aufgenommen. Also eigentlich ist es nicht mal Vinyl, man nennt es Silber… wie eine Silber-LP. Es ist aus einer Art silbrigem Material gemacht. Und das wurde direkt darauf aufgenommen. Es gibt also nur eine einzige Kopie. Und meine Mutter hat die, oder besser, sie hatte sie, denn ich habe sie quasi gestohlen und sie befindet sich nun in meiner Sammlung. Ich fand den Gedanken cool, das zu benutzen und ich hörte es mir an und das Stück, das sie singt heißt – wenn man es direkt übersetzt – „Was sing der kleine Vogel?“ – der kleine singende Vogel. Ich arbeitete das also in den Text unseres Stücks ein. Wo die Mutter ihr Baby ihren kleinen Singvogel nennt, denn wie du weißt, Babys singen, sie weinen. Es passt auf eine unheimliche Art zusammen und ich finde, es gibt dem Ende des Songs eine sehr unheimliche Atmosphäre. Es passt auf eine sehr seltsame Art.

Anne: Ich finde auch, dass die Musik die Texte sehr gut unterstreicht, denn ich habe versucht, den Text zu verstehen. Ich habe nicht alles verstanden, aber ich finde, die Musik vermittelt dir wirklich die Bedeutung des Textes.

Gummi: Das sehe ich auch so, auf jeden Fall. Und als ich über den Titel nachgedacht habe, hatte ich mir noch nicht wirklich ein Konzept überlegt, aber ich dachte sofort, dass dies der Titel für einen harten Song sein muss. Es kann kein Popsong sein, weißt du. Es muss etwas hartes sein. Darum habe ich den härtesten Song des Albums dafür ausgewählt.

Anne: Da ihr euch selbst als ganzheitliche Band, bzw. als ganzheitliches Projekt betrachtet, habt ihr schon mal überlegt, einen Gedichtband zu veröffentlichen?

Gummi: Wir machen das vielleicht in der Zukunft. Die Special Edition des Albums wurde mit einem 72-seitigem Fotobuch herausgegeben, mit den Fotos, die ich mache, ich benutze alte Filme zum Entwickeln und das war einer der Gründe, warum ich dieses Project machen wollte. Weil ich ein Ventil für all meine Kunst, nicht nur Musik, wollte. Für Musik, Texte und die visuelle Seite. Also, ja, ein Gedichtband kann gut passieren. Ja, es ist auf jeden Fall eine Möglichkeit.


"Weil ich ein Ventil für all meine Kunst, nicht nur Musik wollte."



Anne: Ihr habt auf dem Album viel Raum für euren Producer gelassen. Wie hat das funktioniert?

Gummi: Wir kennen ihn, besonders ich, ich kenne ihn seit langer Zeit, ich habe mit ihm schon vorher gearbeitet. Mit meiner alten Band haben wir einen Song seiner Band, LEGEND, gecovert und sie coverten einen unserer Songs und wir veröffentlichten diese Split-CD, wo wir jeweils einen Song des anderen covern. Aber er hat auch unsere Version seines Songs aufgenommen. Also ich habe bereits mit ihm gearbeitet. Ich dachte für die EP „Lass uns mit ihm arbeiten!“ und es war wirklich eine tolle Erfahrung und es war das erste Mal, dass Einar mit ihm gearbeitet hat und es hat ihm wirklich, wirklich gefallen. Daher haben wir ihm vertraut. Ich weiß, dass er ein musikalisches Genie ist und so dachte ich: „Lass uns dem Kerl vertrauen, lass uns sehen, welchen Blickwinkel er zu unserer Musik hat, wie er sie interpretiert und lass uns sehen, was er draus machen kann“. Und natürlich hätten wir zu jedem Zeitpunkt sagen können „Nein, das benutzen wir nicht“, aber das haben wir nie getan. Alles, was er gemacht hat, haben wir auch verwendet.

interview 20180112 katla 04Anne: Für die Special Edition habt ihr acht verschiedene Künstler Remixe von jeweils einem Song anfertigen lassen. Wie kamt ihr auf die Idee, das zu machen?

Gummi: Das Label wollte Bonusmaterial für die Special Edition aber wir hatten keins. Denn wir hatten das komplette Budget verbraucht, um das beste Album zu machen, das wir machen konnten. Wir haben keine Cover oder so einen Scheiß aufgenommen. Wir haben das Geld nur gebraucht, um das beste Album, das wir machen konnten, zu machen. Wir hatten also keine überzähligen Songs und ich glaube, es war das Label, das vorschlug, dass wir von ein oder zwei Künstlern Remixe anfertigen lassen. Ich sagte; „Ja, ok, klar, Remix ist eine gute Idee, ABER: Alles oder nichts.“ Weil, weißt du, wir sind nicht die Art von Band, die eine paar Remixe haben würde. Entweder machen wie ein komplett neues Album, oder wir lassen. Und das faszinierende war, wir hatten weniger als einen Monat Zeit dafür. Also wählten wir acht Künstler aus, fragten sie „Hey, kannst du das machen, kannst du einen Remix für uns machen?“ und sie hatten noch nie unsere Musik gehört. Wir schickten ihnen die Songs, „Hier, mach was immer du willst damit, aber du musst in einem Monat fertig sein“. Und wir setzten keine Grenzen, wir sagten: „Du kannst tun, was immer du willst. Wenn du uns ein leeres Band zurück schicken und es The Silence Remix nennen willst, sicher, wir veröffentlichen das“, aber zum Glück hat das keiner gemacht. Und am Ende hatten wir ein wirklich gutes Remixalbum, das ein eigenständiges Album ist. Du kannst es als komplett anderes Album hören. Und ich finde, das erstaunliche darin ist, dass, obwohl die einzelnen Remixe sich stark voneinander unterscheiden, sie zusammen einen sehr schönen Fluss ergeben. Man kann das auf jeden Fall als ein ganzes Album anhören.

Anne: Woher kanntet ihr diese Leute und habt ihr jedem einen Song zugeteilt oder konnten sie selbst entscheiden, welchen Song sie bearbeiten wollten?

Gummi: Alle sind Freunde von Einar und mir. Und natürlich hatten wir die Band unseres Producers, LEGEND. Da er unser Producer war, durfte er als erster aussuchen. Und er suchte sich „Nátthagi“ aus. Den anderen sagten wir „Sucht einfach einen Song aus und dann sehen wir weiter“. Und wir hatten wirklich nicht viele Probleme, dass Leute den gleichen Song auswählten. Nur einer oder zwei, einer wollte auch „Nátthagi“ machen und wir sagten dann „Nein, sorry, der ist schon vergeben, aber warum machst du nicht diesen stattdessen?“ und am Ende hat alles sehr gut funktioniert.

Anne: Bisher gibt es zu keinem der Songs ein Video. Habt ihr da schon etwas geplant, oder wollt ihr ein Video machen?

Gummi: Sicher. Wir haben Ideen und wir wollen auch, aber das Problem ist die Zeit. Wir haben darüber nachgedacht und wir wollen nicht die Art von Band sein, die jemanden dafür bezahlt, dass er ein Video macht, wo man kein Mitspracherecht hat und es ist wirklich nur etwas, um es auf YouTube einzustellen. Wenn wir ein Video machen, dann machen wir es selbst. Und das benötigt Zeit. Wir haben Ideen. Ich habe schon früher Musikvideos gemacht. Im Moment ist alles eine Frage der Zeit. Denn die Idee, die ich für ein Video habe, ist sehr zeitaufwändig. Aber es bedeutet Handarbeit für uns. Denn das ist die Art, wie wir es machen sollen. Es hat keinen Sinn, jemand anderen die Sachen für uns erledigen zu lassen. Wie beim Album, wir sind sehr stolz, dass wir ALLES selbst gemacht haben, außer mixen und produzieren. Denn dafür braucht man wirklich jemand anderes, aber alles andere haben wir gemacht. Oder die Familie. Und so wollen wir es weiterhin handhaben.
 


"Es hat keinen Sinn, jemand anderen die Sachen für uns erledigen zu lassen"



Anne: Du bist auch Fotograf. Als du die Aufnahmen gemacht hast, hattest du da schon das Album im Kopf?

Gummi: Nein. Diese Fotos – manche von ihnen sind schon viele Jahre alt. Also nein, sie wurden nicht für das Album geschossen. Aber als wir KATLA. gründeten, KATLA. entstand aus der gleichen Inspiration heraus wie diese Fotos. Wie ich schon sagte, alles stammt aus der gleichen Quelle der Inspiration. Und es war einfach nur natürlich, sie zu benutzen.

Anne: Fotografierst du nur analog oder auch digital?

Gummi: Ich veröffentliche nur analoge Fotos. I fotografiere ein wenig digital, aber das ist meistens für die Arbeit. Du weißt, ich arbeite als Tourenführer und zum Beispiel heute Nacht muss ich eine beschissene Nordlichtertour machen, die ich total hasse, und so etwas fotografiere ich meistens digital. Aber das ist nichts, was ich veröffentliche. Meine Kunst ist analog. Das andere ist eher für die Arbeit.

Anne: Und du entwickelst die Fotos auch selbst?

Gummi: Das habe ich gemacht, ja. Aber diese Fotos, diese speziellen Fotos, die wir für KATLA. benutzt haben, die musste ich nicht entwickeln, weil es Polaroids sind. Nicht die Art Polaroids, die die Leute gewohnt sind. Ich musste sie tatsächlich einem kleinen chemischen Prozess unterziehen um all diese Texturen und Farben zu erzeugen. Also ja, es ist viel Handarbeit dabei. Es gibt hier keine digitale Bearbeitung, ja.

Anne: Hast du schon einmal ein Foto aufgenommen, weil du einen Song gehört hast und auf einmal ein Bild in deinem Kopf hattest, das du fotografieren wolltest oder hast du schon mal ein Foto gesehen, vielleicht auch von jemand anderem und hast Musik darüber geschrieben?

Gummi: Kurze Antwort: Nein. Ich denke nicht. Nein. Aber, wie ich schon sagte, die Inspiration für all unsere Kunst kommt vom selben Ort. Ich meine, ja, ich habe Texte geschrieben, die von meinen eigenen Fotos inspiriert waren. Aber nicht von der Arbeit eines anderen, nein.

Anne: Du veröffentlichst deine Kunst unter dem Namen “Kuggur”. Was bedeutet das? [Gummis Kunst könnt ihr hier finden: http://www.facebook.com/kuggurart/ und hier: https://www.instagram.com/kuggurart/]

Gummi: Oh, das ist ein altes isländisches Wort für Boot. Es ist nur etwas, das ich… ich bin nicht mit einem Künstlernamen gesegnet, wie Salvador Dalí. Ich kann nicht wirklich Bilder veröffentlichen unter dem Namen Guðmundur Óli Pálmason, ich meine, das ist nur… das ist kein besonders guter Künstlername. Also musste ich etwas finden. Also dachte ich, hey, ich benutze das.

Anne: Gibt es Pläne für eine Tour oder ein einzelnes Konzert?

Gummi: Im Moment nicht, nein.

Anne: Weil euch Musiker fehlen?

Gummi: Weil Zeit fehlt! Größtenteils, und auch Geld. Ich will nicht klingen als würde es uns ums Geld gehen, aber genau das ist es. Denn weil wir es nicht des Geldes wegen machen, wir machen es in unserer Freizeit und wir verdienen kein Geld damit, aber wir können es uns nicht leisten, unsere Jobs zu kündigen oder uns eine Auszeit von unseren Jobs zu nehmen und für einen Monat keine Einnahmen zu haben. Das ist einfach nicht drin. Also nein, es ist sehr unwahrscheinlich, dass das in naher Zukunft passieren wird. Aber wir werden das in der Zukunft sehen. Vielleicht Festivals, aber keine Tour.

Anne: Hast du auch schon mal als Coverdesigner für andere Künstler gearbeitet oder könntest du dir vorstellen, das zu tun?

Gummi: Habe ich nicht, nein und ich weiß nicht, ob ich mir vorstellen könnte, das zu machen, denn ich habe einen sehr speziellen Stil, finde ich und der ist nicht besonders professionell, um ehrlich zu sein. Ich verlasse mich da mehr auf mein eigenes Gefühl. Ich habe Fotos für andere Bands gemacht, eine britische Black Metal-Band einige isländische Bands, aber was Design angeht, ich weiß nicht, ich denke, mein Stil ist zu sehr auf meinen persönlichen Stil limitiert. Genauso könnte ich auch nicht für andere Bands Schlagzeug spielen, da mein Stil zu spielen, sehr auf meinen eigenen Stil limitiert ist. Ich bin nicht einer dieser Musiker, die den Stil anderer Leute übernehmen können, weißt du. Ich mache die Dinge so, wie ich sie tue. Du das ist die einzige Art und Weise wie ich sie tun kann (lacht).

Anne: Die Schrift der Texte im Booklet ist handschriftlich. Ist das Einars normale Handschrift oder ist das eine Art Kalligraphie?

Gummi: Das ist tatsächlich seine normale Handschrift, ja. Vielleicht etwas ordentlicher als üblich, aber es ist seine Handschrift, ja.

Anne: Besteht eine Chance, dass ihr die EP auch auf CD veröffentlicht? Soweit ich weiß, ist sie ja nur auf Vinyl erschienen.

Gummi: Sie ist nur auf Vinyl erschienen, ja, aber sie ist auch als kostenloser Download erhältlich, von daher sehe ich keinen Grund, sie auch auf CD zu veröffentlichen. Wenn du eine digitale Kopie willst, kannst du es einfach runterladen. Also nein, wahrscheinlich nicht.

Anne: Wie ist die Metalszene in Island so?

Gummi: Ich weiß nicht. Ich meine, ich weiß, dass es Bands gibt die gute Sachen machen, aber ich besuche keine Konzerte mehr. Ich bin seit Jahren auf kein Konzert mehr gegangen. Von daher bin ich in keiner wie auch immer gearteten Szene drin. Das war einmal, aber ich möchte auch in keiner Szene mehr sein. Ich habe einfach keine Zeit dafür. Ich bin einfach zu beschäftigt mit meiner Arbeit und meiner Familie und all dem.

Anne: Ich habe gehört, dass Island als Land einige Probleme mit Touristen hat. Dass sie sich nicht benehmen können und solche Sachen. Nerven dich Touristen? Ich meine, du arbeitest im Tourismusbereich, aber…

Gummi: Ja, manchmal tun sie das, aber da wird viel übertrieben. Die Leute sagen „Oh nein, Touristen, dies und das!“. Es gibt auf jeden Fall einige Probleme, vor allem mit der Art, wie sie über die eisigen und engen Straßen hier in Island fahren, die gefährlich sein können, einfach gesagt. Aber davon abgesehen, all die anderen Sachen, das sind bloß Kleinigkeiten, das hat keine Bedeutung. Der Tourismus hat Island vor dem Bankrott gerettet. Wir waren völlig pleite nach 2008. Der Tourismus lief ab 2010 so richtig an. Und ich weiß nicht, warum die Leute sich über Touristen beschweren. Wenn es die Touristen nicht gäbe, wären wir verdammt nochmal bankrott. Also, hört auf rumzujammern. Ja, wir müssen etwas wegen der Straßen machen, wir müssen etwas machen wegen der Leute, die bei eisigen Straßenverhältnissen fahren und anscheinend noch nie zuvor ein Auto gefahren sind, aber davon abgesehen geht es uns gut, finde ich.

Anne: Ich habe einige Interviews gelesen, die du gegeben hast, vermutlich per E-Mail und meistens beendest du sie mit dem Wort “jarðvarmavirkjun“. Was ist das?

Gummi: Jarðvarmavirkjun? (lacht)interview 20180112 katla 01

Anne: Ich verstehe Erde und Wärme, aber ich verstehen den letzten Teil nicht.

Gummi: Virkjun? Virkjun ist ein Kraftwerk.

Anne: Also es ist einfach ein Geothermal…

Gummi: … ein Geothermalkraftwerk

Anne: Also du verwirrst einfach nur die Leute.

Gummi: Oder vielleicht interessiere ich mich sehr für Geothermalkraftwerke? Wer weiß? (lacht)

Anne: Wer weiß? Aber das war es jetzt. Ich danke dir sehr für das Interview!

Gummi: Danke gleichfalls!




Alle Fotos von Guðmundur Óli Pálmason






 

Anne: Why did you choose the name KATLA.? Why KATLA. and why not another name?

Gummi: I wanted the band to be named after an icelandic volcano. And I said to Einar: “Hey, you know, we can choose between Katla or Hekla”. Well, I said to him we can use Katla or we can use Hekla or we can use Eyjafjallajökull, but Eyjafjallajökull is quite unpronounceable, so Katla it was. And I just really wanted the name of an icelandic volcano for a few reasons: I think it fits the music, it’s also kind of inspiration from where forming a new band came from. I work as a tour guide and I’m out there in that nature every single day so that actually influenced me directly to form a new product so I had to name it after something that was related to that.

Anne: Would you call KATLA. rather a band or a project? Because you are just two people.

Gummi: We say it’s a project. Because it’s not a band. Because bands, they have a rehearsal room and they meet two times a week and they write music and then they play live shows… and we don’t do that. We never had a single rehearsal. So, yes, it’s a project. But we’ll see. I mean maybe, MAYBE, we will take it to the next step and make it a live band but at the moment there are really no solid plans to do it.

Anne: I was just wondering because your Facebook post from the 31. December was signed by four people.

Gummi: Well (laughs), I know this can be a little bit confusing. The third guy is Atli, he was supposed to be our bass player but because of his very busy work schedule and my very busy work schedule - and Einar has a very busy work schedule - we could actually never really find the time for the three of us to meet up, so it ended up being just me and Einar, but he is still a part of the team. And then we got the forth guy, Hafsteinn, who is helping out, he’s a part of the team. He’s not involved in, well, neither of them are involved in doing the music or the lyrics. But we discuss ideas and they contribute with suggesting ideas and stuff like that, so they’re a part of the bigger team, so to speak.

Anne: And you have that dot behind KATLA. What is the reason for this dot and why is it important?

interview 20180112 katla 06Gummi: Well, it was an accident. Really. So the thing is: Einar made the first draft for the logo. And he sent it over to me but it was just the outlines. I wanted to fill in the letters to have it solid. And I didn’t want to use the computer to do that so actually I took a pen, and started colouring into the outlines, like a kid in a colouring book. Except that the pen wasn’t working. It was the kind of a pen where you press the nib down and then it’s almost like paint that comes out. I did that a few times and it created this dot. And I thought: Oh, that’s cool, let’s use it. And then I filled in the logo. But we didn’t write it like that, it was only on the logo. But later on, we found out that there is actually another band called KATLA and then we thought “Well, then we are KATLA with a dot.” But, you know, the thing is we didn’t even think that there might be other bands called KATLA, because I know there’s not another band called KATLA in Iceland and who would name themselves after an icelandic volcano? A band in Sweden? Come on!

Anne: I think it’s also a name.

Gummi: It is now. But the origin of the name is the volcano. Katla comes from the word ketill which means a caldera. So that’s the origin of the name. But, yes, you’re right, it is also a female name. And that was also one of the things that I found a little bit interesting. I wanted to have a kind of a female name for the band. To shake off the male stereotype of heavy metal. You know, it’s also male dominated. We are not afraid of being in touch with our feminine side, so to say. The lyrics and the music is quite soft, it deals with emotions. So yes, why not have a female name for it, why not tap directly into the feminine side? And at the same time, remember that the feminine side is also a volcano! That’s how women are (laughs). Ice covered today and the next day you erupt.

Anne: When did you decide to found KATLA.?

Gummi: Probably around August, September 2015, something like that. It happened very quickly. I just needed a new outlet for my music. I’m sure you know all about the…

Anne: Yes.

Gummi: So, first… I thought I’m done with music. I don’t like the music industry, I don’t like the music business. I don’t like particularly the people in the music business and the industry and I thought I am done with it. But then it took me half a year, nine months or so to realize that this wasn’t the reason why I made music in the first place. I was making music for myself. It’s something that you have to do. When you start creating, you can’t just turn it off. Creativity is something that comes from within. So, yes, around August, September or so I felt the urge to do something again. Then I contacted Einar and Atli, and Einar was actually living in Norway at that time. So he was coming over to Iceland, he only had a month or so, so we just had to literally make it happen very quickly. So I started by writing half a song and I am not as prolific a songwriter as he is so he took that idea and we worked on it together but we only had one song and he had to go back to Norway. So we said either we go into studio, record this one song and hopefully one more or this project will just die before it’s born. So we talked to our friend Halldór of the band LEGEND and we booked his studio and we had only one song. We recorded it, recorded the drums and bass and basically in the studio another song was born. So we were like: “Oh cool, at least we can release an EP”, two songs, you know.
 


"And at the same time, remember that the feminine side is also a volcano!"



Anne: Where do you know Einar from?

Gummi: I’ve known Einar for more than 20 years. So, when my former band was making our first demo tape back in 1995, we heard about another Black Metal band in Iceland that was also making a demo. And it was like I could have literally counted the people that listened to Black Metal in Iceland on the fingers of my hands. That’s literally how many there were, or actually, how few there were. So it was quite natural, and well, quite foreseeable, that our paths would cross. So I heard about them and we met through mutual friends, we became friends and a year or two later Einar had a band with another guitar player, which is now the main guy behind KONTINUUM, and they needed a drummer just to do the drums for the demo tape and I did that. Then that band developed into a band called POTENTIAM, again it was just the two of them but they needed a drummer for the first album, so I stepped in again. This was in 1998. So that was actually the first proper record that I ever recorded and same with Einar. It was the first proper record that he ever recorded. Because before that I had only done demos with SÓLSTAFIR, even though one of them ended up like a mini-CD, but it was recorded as a demo. So I’ve known him since 1995 basically, and we worked together on and off since then. I came back to POTENTIAM back in 2005 and the two of us even recorded an album in 2008 that has never been released. And never will be released by the way (laughs).

Anne: Why not?

Gummi: Because it’s just too good! (laughs)

Anne: When you two write music, how do you write music? Does one write the lyrics and the other the music or do both do both?

Gummi: We both do both. But he writes more of the music and I write more of the lyrics. Because we’re not a band, we work in a different way than I am used to from before. Before, with my former band, we would meet in a room and we would throw ideas into a pot and we would work on that together as a group. Nobody would ever bring in anything that was complete. Except for lyrics actually, but not music. But in this case, because we don’t even see each other that often, I mean, he lived in Norway when we started, I was here in Reykjavík, so it was a lot of just recording ideas and sending them to each other over the internet kind of thing. So it’s a different way of writing.

Anne: The EP you recorded first was rather calm I think. Did you plan to go more straight forward now or did this just develop?

Gummi: It just developed. We have about an idea where we want to head to next but it won’t necessarily go there, we’ll just see what happens because we don’t try to force anything out. That was just the mindset we were in when we did the EP. And when we started writing for the full length we were in a slightly different mindset and when we start writing for our next album - well, we actually started or Einar has started – the mindset might be a little bit different again, so we’ll see. We never decide before how the songs are going to be, we don’t want to confine ourselves in a box. Like one of my favourite bands is ULVER from Norway, and I LOVE the fact that they change every single album. Not saying that KATLA. will have drastic changes, but I respect artists who do that. Who just do what they want to do.

Anne: What is the album about? Is it a concept album?

interview 20180112 katla 03Gummi: It’s not really a concept but you could say there’s a red thread running through the album which is - it is hard to describe in a few words. But you could say the inspiration for the lyrics and for the music and for the artwork all over comes from the same place. It’s about living in Iceland throughout the ages, battling the elements. And about the connection that the generations have, as well. It’s, like I said, it’s hard to put it into a few words but my parents, born in the 1940s, are not born in the same world that I’m born in, they are not born in the same world that their grandparents are born in and then I’m not born in the same world that my kids are born in. Because everything is changing so fast. But before the generation of my parents nothing changed for 1000 years in Iceland. People lived in turf houses. They were battling the very harsh elements. You know, nowadays we have nice buildings, like this, and coffee houses, but that’s less than 100 years old. So the past isn’t that far removed from us. I will not see it in a kind of romantic, glorious haze, but try to see it as what it was. A very harsh, difficult time. That is roughly what it’s about. And the connection between the generations within the families, so to speak.

Anne: Did you consider offering translations either on the homepage or in the booklet?

Gummi: We did, yes. The record label, Prophecy Productions, they asked us if we could translate the lyrics, at least for this special edition, and we did think about it but we came to the conclusion that we really can’t translate them and get the point across and still keep somewhat of an artistic integrity. And the reason for that is because Icelandic is a very picturesque language. It’s very descriptive. For example, the English word “idea”. You know what it means, but only because you know what it means it tells you something. I have no idea where that word comes from, I just know what it means. In Icelandic, if I translate it directly, an idea is a mind picture. It’s a picture in the mind. So this is just an example of how descriptive Icelandic is, so we could translate something directly, but it wouldn’t give you the same deep meaning. So for this reason we have decided no, we’re not going to do this.

Anne: Have you ever heard of people who tried to learn Icelandic to understand your lyrics?

Gummi: Not our lyrics specifically, no. But with my old band, yes, I heard people saying that that they started to learn Icelandic, just to understand the lyrics which I find very flattering as I wrote most of the lyrics.

Anne: How important are lyrics for you not just in your band but also in other bands?

Gummi: For my own band I think it’s very, very important. Sometimes I listen to bands and I care about the lyrics and sometimes not. It just kind of depends on the lyrics. But with KATLA., we see KATLA. as a – we sometimes say it’s a holistic art project. It’s not just about music. It’s about creating an atmosphere, by using music, words and pictures. And the words are as important as the music and the pictures and vice versa. But, you know, then I can listen to Rock’n’Roll with stupid lyrics and I don’t care. But when I connect to the lyrics as well it also gives me a deeper meaning to the music.
 


"I will not see it in a kind of romantic, glorious haze, but try to see it as what it was. A very harsh, difficult time."



Anne: The lyrics on the EP were rather based on nature, as far as I understand them, and the lyrics on the album seem to be based on nature, too, but there’s also another meaning in them. At least that’s what I got from the lyrics.

Gummi: Yes, you’re correct. I would also say the same of the EP, too. There’s also a deeper meaning to it, a deeper personal meaning, but of course it might be hard for people to pick that out. But for the album, yes, it’s not as directly nature based, it has more to do with this personal feeling and this connection that we share with the land and like I said, each generation has a different connection and then we have a connection with that generation. So it’s bigger or you could say the lyrics have grown from one small point to a bigger point really. And will probably keep on expanding.

Anne: What is “Móðurástin” about? I don’t speak Icelandic, I speak a bit of Faroese so I understand a bit of Icelandic when I read it and what I got from the song is that it’s about the relationship between a mother and a child and both love each other but somehow they can’t get together or something like that.

Gummi: So the title translated directly would be like “mother’s love”. Which, you know, is the album title and it can be interpreted in a few ways. The mother could be nature, or your country or language or whatever. But the lyrics to the song itself are a lot more dark actually. It deals with a thing that was actually – well, I wouldn’t say it was common, but it happened in Iceland in older centuries - where poor mothers, usually like workhands on farms, were not allowed to marry because they couldn’t afford their own home. That’s how strict and stupid the laws were in Iceland; but of course they would have children. You know, because you can’t stop people when they’re horny. So they had to conceal their pregnancy and when the child was born then they would take it out and would literally - when you translate it literally, we call it “carrying out the baby”. That’s what they would do. They would take it somewhere out and leave it in a lower field and it would die. Because they were not allowed to have babies. And the big consequences if somebody would find out that they have a baby could be very severe. So that’s what the song is about. It’s about this old brutal reality that some mothers had to face back in the days. Because: Imagine, what can be stronger than a mother’s love for her new-born baby? I mean, there’s no feeling in the world that is stronger than that. But imagine at the same time being forced to basically kill your own baby. You don’t want to, but you have no choice. It’s a horrible situation. So the feelings that must arise from such a situation must be really, really strong. So that is something I wanted to write about. But when I started to write the lyrics I ran into a little bit of a problem because how do you write about such a thing without being overly dramatic or you can kind of just go into history, with cold, historical facts. So I thought, well, maybe I can’t take this all too seriously. So, the conclusion was that we’d have three voices. It’s the voice of the mother, which was sung by Einars sister. She has never sung in a studio before so I think she did a really good job. Then Einar sings the voice of - you could say some kind of an authority, it could be death itself or somebody telling her she must get rid of the child. And then there are the frantic screams of the child, which I did. So these are the three voices that we kind of incorporated into the song to tell the story without going into something like I said overly dramatic. It has a little kid’s feeling to it. It’s almost silly. When we were doing it we were laughing in the studio, we were like “Really?”. But you got beautiful female vocals and you got these crazy screams and you got Einar singing like a priest or something. And we thought people are going to hate this but it seems they liked it.

interview 20180112 katla 07Anne: And at the end of the song, there’s your great-grandmother singing.

Gummi: Yes, exactly!

Anne: Why does this record even exist? Was she a singer?

Gummi: Yes, she was. So that was recorded in 1934. Which – as you can believe – was very rare that singers would make records in 1934. Especially in Iceland, as there was one place in the whole of the island where you could make a record. It’s recorded straight onto the vinyl. So actually it’s not even a vinyl, it’s what they call silver – like a silver LP. It’s made of a kind of a silvery material. So it’s done straight onto that. So there is only one copy. And my mother has it or used to have it because I kind of stole it and it’s in my collection now. So, you know, I thought it’s cool to actually use that and then I was listening to it and the song she is singing is - if you translate it directly, it’s called “what sings the little bird?” - the little bird singing. So I worked that into the lyrics of our song. Where the mother actually calls her baby her little singing bird because you know, babies sing, they cry. So it really fit very eerily together and I think it gives the end of the song a very eerie atmosphere. It fits in a very strange way.

Anne: I also think the music fits the lyrics quite well because I tried to understand the lyrics, I didn’t understand everything, but I think the music really gives you a meaning of the lyrics.

Gummi: I think so, too, definitely. And when I thought about that title I hadn’t really thought about the concept but immediately I thought this has to be a title for a heavy song. It cannot be a pop song, you know. It has to be something heavy. So I chose the heaviest song on the album for that.

Anne: And as you consider yourself as a holistic band, or a holistic project, have you ever considered releasing a poetry book with just lyrics?

Gummi: We might do that in the future. I mean, the special edition of the album was released with a 72 page photobook and it’s photography that I do, I use old expire films and that was also one of the reasons why I wanted to form this project. Because I wanted an outlet for all of my art, not just music. But for music, lyrics and the visual side of it. So yes, doing a poetry book might very well happen in the future. Yes, it’s definitely a possibility.
 


"Because I wanted an outlet for all of my art, not just music."



Anne: You left a lot of space on the album for your producer. How did this work?

Gummi: We know him, especially I, I’ve known him for a long time, I worked with him before. So with my old band, we covered a song by his band, LEGEND, and they covered one of our songs and then we did this split release where we basically covered each other’s songs. But he also recorded our version of his song. So I had worked with him before. I thought, for the EP, “Hey, let’s work with him” and it was a really nice work experience and it was the first time Einar worked with him and he really, really liked it. So we just trusted him. I know he’s a musical genius so I thought: “Well, we trust this guy, let’s see what angle he has on our music, like he interprets our music and let’s see what he can do.” And of course at any point we could have said “No, we’re not using that” but we never did. Everything he did we ended up using.

interview 20180112 katla 04Anne: For the special edition you let eight different artists make a remix of a song. How did you get the idea to do this?

Gummi: The label wanted some bonus material for the special edition and we didn’t have any. Because we spent the whole budget on doing the best album that we could do. We weren’t recording any covers or shit like that. We just spent money on making the best album we could do. So we didn’t have any layover material so I think it was the label who suggested that we could get one or two artists to make remixes. I said, “Yes, ok, sure, remix is a good idea, BUT: it’s all or nothing.” Because, you know, we’re not that kind of a band who would have a couple of remixes. Either we make a whole new album or we skip it. And the amazing thing is that we had less than a month to do this. So we handpicked eight artists, asked them “Hey, can you do this? Can you do a remix for us?” and they have never heard our music before. So we sent them the music, “Here, go do whatever you want to but you have to return it within one month”. And there were no limits we set, we said “You can do whatever you want to. If you want to send us back a blank tape, call it the silence remix, then sure, we’ll release it”, but luckily nobody did that. So in the end we got a really good remix album which is an album in its own right. You can listen to that completely as a different album. And I think the amazing thing is that even though the remixes are very different from each other, they are all flowing in a very nice flow. You can definitely just listen to it as a whole album.

Anne: And how did you get to know those people and did you give everybody one song or could they decide which song they wanted to make?

Gummi: All of them are just friends of mine and Einar. And obviously we got our producers band, LEGEND. As he was our producer, he had first pick. So he picked “Nátthagi”. But for the others we said “Just pick a song and we’ll see”. Really, we didn’t run into much trouble with people picking the same songs. Just one or two, like somebody else wanted “Nátthagi”, we were like “No, sorry, it’s taken already, but why don’t you do this instead?”, and it all worked out very well in the end.

Anne: So far there’s no video to any of the songs. Did you plan to do this or would you want to do this?

Gummi: For sure. We have ideas and we want to but at the same time it’s all about time. We thought about this and we don’t want to be the kind of a band, you know, that pays somebody to do a video where we have no saying to anything and it’s really just something to show on YouTube. If we do a video, we’re going to make it ourselves. And that requires time. We have ideas. I have made music videos before. So it’s all just a question of time right now. Because the idea that I have for a video is very time consuming. But it involves hands on work for us. Because that’s the way we want to do it. There’s no point in us to have somebody else do things for us. Like the album, we were very proud, that we did EVERYTHING ourselves, except mixing and producing. Because you really need somebody else for that but everything else was done by us. Or family. So we want to keep it that way.


"There’s no point in us to have somebody else do things for us."



Anne: You are also a photographer. When you took the photos, did you have the album in mind?

Gummi: No. These photos – some of them are many years old, actually. So no, they were not shot for the album at all, but when we formed KATLA., KATLA. was formed for the same inspiration as these photos were taken. Like I said before it all comes from the same source of inspiration. And it was just a natural thing to use them.

Anne: Do you photograph only analogue or also digital?

Gummi: I only publish analogue photos, yes. I do shoot a little bit digital, but it’s mostly for work. Like, you know, I work as a tour guide and for example tonight I have to do a fucking northern lights tour which I absolutely hate, so that I shoot mostly with digital. But that is nothing that I actually publish. My art is analogue. The other thing is more like for work.

Anne: And you also develop the pictures yourself?

Gummi: I used to, yes. But these pictures, these specific pictures that we used for KATLA., I don’t have to develop them because these are Polaroids. Not the kind of Polaroids that people are used to. And I actually have to put them through a little bit of a chemical process to get all these textures and colours. So yes, it’s a very much kind of hands on way of doing things. There’s no digital editing there, yes.

Anne: Have you ever taken pictures because you listened to a song and had an image in your head and wanted to take a picture of it or have you ever seen a picture, maybe taken by someone else, and wrote music about it?

Gummi: Short answer: No. I don’t think so. No. But, like I said, the inspiration for our art all comes from the same place. I mean, yes, I’ve written lyrics that were inspired by my own pictures, yes. But not that I think of anybody else’s work, no.

Anne: You publish your pictures under the name “Kuggur”. What does this mean? [You can find Gummis art here: http://www.facebook.com/kuggurart/ and here: https://www.instagram.com/kuggurart/ ]

Gummi: Oh, it’s an old Icelandic word for a boat. It’s just something that I’m…. I’m not blessed with an artist name like Salvador Dalí, you know. So I can’t really publish pictures under the name Guðmundur Óli Pálmason, I mean, that’s just… it’s not a very good artist name. So I had to find something. So I just thought, hey, sure I’ll use that.

Anne: Are there any plans for a tour or a single concert?

Gummi: Not at the moment, no.

Anne: Because of the lack of musicians?

Gummi: A lack of time! Mostly; and the lack of money actually, as well. I don’t want to sound like we’re doing this for the money, but that’s exactly it. Because we aren’t doing it for money, we do this in our spare time, it’s not generating any money for us, but we also cannot afford quitting our jobs or taking a time off from our jobs, having no income for a month. It’s just not in the picture. So no, it’s very unlikely that that will happen any time soon. You know, we will see in the future. Maybe festivals, but not tours, no.

Anne: Have you ever worked as a cover designer for other bands as well or could you imagine doing this?

Gummi: I haven’t no, and I don’t know if I could actually imagine doing this, because I have a very specific style I think, which is not very professional to be honest. It’s just more based on my own feeling. I have shot photographs for other bands, a British Black Metal band, some Icelandic bands, but as for designing something, I don’t know, I think my style is too limited to my own personal style. It’s the same way as I wouldn’t go on drums for other bands as my drumming style is very limited to my own drumming style. I’m not one of the artists that can assume other peoples styles, you know. I just do things the way I do them. And there’s only one way I can do them (laughs).

Anne: The writing of the lyrics in the booklet, it is handwritten. Is it Einars normal writing or is it some sort of calligraphy?

Gummi: It’s actually basically his normal handwriting, yes. Maybe done a little bit more better than usual, but it’s his handwriting, yes.

Anne: Is there a chance that you release the EP on CD as well? As far as I know it’s just on vinyl.

Gummi: It’s just on vinyl, yes, but it’s also available for free download, so I don’t see a reason to release it on CD. So if you want the digital copy you can just download it. So probably not, no.

Anne: How is the metal scene in Iceland?

Gummi: I don’t know. I mean I know there are bands doing good things, but I don’t go to concerts anymore. I haven’t gone to concerts for many years. So I’m not involved in any kind of a scene. I used to be, but I just don’t want to be involved in any kind of scene anymore. It’s just I don’t have time for that. I’m just too busy with work and family and all that.

Anne: I heard that Iceland as a country has some problems with tourists. That they can’t behave and things like that. Do they go on your nerves? I mean, you work with them, but…

Gummi: Yes, sometimes they do, but it’s very exaggerated. People do say “Oh no, tourists, this and that!”. There are definitely some problems, most with the way that they drive on the icy narrow roads here in Iceland that can be dangerous, simply put. But other than that, all the other things, it’s just peanuts, it doesn’t really matter. Tourism has saved Iceland from bankruptcy. We were totally bankrupt after 2008. Tourism started to pick up in 2010. So I don’t know why people are complaining about tourists. If it wasn’t for tourists we’d be fucking bankrupt. So, yeah, stop complaining. Yes, we got to do something about the roads, we got to do something about people driving in icy conditions that have in many cases never even driven a car before, but other than that, we are doing fine, I think.

Anne: I read some interviews that you did, probably via e-mail, I think, and most of the time you end them with the word jarðvarmavirkjun. What is this?

Gummi: Jarðvarmavirkjun? (laughs)interview 20180112 katla 01

Anne: I understand earth and warm but I don’t understand the last part.

Gummi: Virkjun? Virkjun is like a power plant.

Anne: So it’s just a geothermal…

Gummi: … a geothermal power plant

Anne: So you are just confusing people.

Gummi: Or maybe I’m just very interested in geothermal power plants? Who knows? (laughs)

Anne: Who knows? And that’s it. Thank you very much for the interview!

Gummi: Well, you’re most welcome!

 

 

all pictures by Guðmundur Óli Pálmason

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