interview crom1Kollege Dennis fand bereits lobende Wort für das neue CROM Album „When Northmen Die“. Zurecht, denn dieses Album besticht durch ausgefeilte Songs, bombastische Chöre und eine Mischung aus straighten Powernummern und ergreifenden Balladen. Lassen wir mal Mr. CROM persönlich aka Walter Grosse zu Wort kommen.

Ralf: Grüß Dich Walter. Willkommen beim Neckbreaker Webzine. Ich hoffe es ist alles gut bei Dir?

Walter: Klar, alles gut!! Kann mich derzeit musikalisch absolut nicht beschweren!!

Ralf: „When Northmen Die“ ist nun einige Tage raus, wie waren die Reaktionen bisher?

Walter: Nachdem anfänglich zwei sehr unterirdische und sehr unfaire Reviews rauskamen, ging es eigentlich nur noch bergauf! Die Resonanzen sind sowohl von Seiten der Fans, als auch seitens der Presse fast durchgehend super gut. Auch in den großen Zines wie Metal Hammer, Deaf Forever und Rock Hard kam die Scheibe wirklich sehr gut weg. Da kann ich definitiv nicht meckern!!!

Ralf: Was kannst Du mir zu den Aufnahmen sagen, ging alles glatt, wie geplant? Hast Du alles selbst eingespielt?


Walter: Also glatt lief eigentlich gar nichts. Bis zu den Aufnahmen der Drums, welche Matthias Landes alias Seraph von DARK FORTRESS eingespielt hat, lief alles super. Danach ging ich dann durch ein jahrelanges, privates auf und ab, welches die weiteren Aufnahmen immer und immer wieder unmöglich machte. Ich habe also eigentlich gar nicht so lange für die Aufnahmen selber gebraucht, sondern fand einfach kaum die Zeit dafür sie zu beenden.
Die Gitarren und den Bass habe ich alle selbst eingespielt. Das selbe zählt für die Vocals und die Chöre. Bei „One step to the lake below“ & dem Bonustrack „The Millenium King“ nahm ich die Hilfe von meinem Kumpel Christian Häusler in Anspruch. Von ihm sind die Lead Gitarren beim Mittelteil von „One step...“ und das Solo vom „Millenium King“. Zudem hat mich mein Freund Paymon (Ex-Dark Fortress) mit einigen Chorstimmen unterstützt und das Outro „Farewell Song“ eingesungen.

Ralf: Für mich klingt das Album wie eine Mischung der ersten beiden Alben, eine ausgewogene Mischung aus Powernummern und ruhigeren Stücken.

Walter: Genau so sehe ich das auch und so war es auch geplant. Dass ich kein neues „Vengeance“ Album machen würde, war mir von Anfang an klar. Ich wollte aber auch kein so ruhiges Album wie „Of Love & Death“ mehr machen. Darum ist einfach ne Mischung aus beiden rausgekommen, mit welcher ich aber selber extrem zufrieden bin. Ich habe auch gar keine Lust darauf immer nur das exakt selbe zu machen. Klar, die grobe Richtung wird sich bei CROM wohl nicht so drastisch verändern. Aber immer komplett gleiche Sachen zu machen, befriedigt dich als Künstler doch auch nicht.

Ralf: Absolut verständlich. Ist es eigentlich ein Konzeptalbum oder sind die Songs unabhängig voneinander?

Walter: Die Songs sind voneinander unabhängig. Lediglich „Gods Of Glory“ ist mehr oder weniger sowohl das musikalische, als auch das textliche Intro zu „One step...

Ralf: Wie ist es eigentlich mit Deiner Liveband? Sind das alles Sessionmusiker oder Freunde oder aus bekannten Bands?


Walter: Meine Liveband ist erst seit ein paar Wochen überhaupt fix. Den Gitarristen Steve Peyerl kenne ich schon seit über zwanzig Jahren und ich schätze ihn schon immer als genialen Lead Gitarristen. Seine Hauptband DIABOLOS DUST dürfte bald etwas bekannter werden, da sie gerade dabei sind einen Deal zu unterschreiben. Zudem unterstützt mich Christian Häusler ebenfalls an der Gitarre. Mit ihm habe ich jahrelang in meiner Hard Rock Coverband TAARYS zusammen gespielt. Den wollte ich einfach unbedingt dabei haben, weil er ein ganz toller Typ ist mit dem man sehr viel Spaß haben kann. Und Gitarre spielen kann er natürlich auch. An den Drums spielt Thomas Hagl, der eigentlich bei der Death Metal Band SEKTOR rumknüppelt. Ein sehr fähiger Drummer und ebenfalls ein netter Typ. Und ich spiele live den Bass und singe natürlich. Zudem bringt uns die Fähigkeit von Thomas Hagl die Möglichkeit endlich wieder die Chöre einzusamplen. Das war für mich aber auch das absolute MUSS. Ich habe auch schon ohne die Chöre live gespielt, was mir selber aber nicht wirklich gefallen hat. Die Chöre sind bei CROM einfach zu essenziell!!

Ralf: Wie kam es damals eigentlich zum Ausstieg bei DARK FORTRESS, war da CROM bereits in Deinem Kopf?

Walter: Da habe ich CROM schon einige Zeit nebenher betrieben und meine damaligen Bandkollegen mussten sich stets meine schlechten Demos anhören!! Das mit dem Ausstieg ist aber eigentlich ein alter Hut. Da gab's massive Konflikte mit dem damaligen Sänger Azathoth, welche ich jetzt aber nicht mehr weiter ausbreiten möchte. Der Streit wurde aber nach meinem Ausstieg beigelegt und wir haben sogar später wieder ein gemeinsames Black Metal Projekt namens SINDECADE betrieben. War ein geiler SATYRICON ähnlicher, damals recht moderner, Black Metal. Wir haben aber nur eine Mini CD rausgebracht. Dann hat sich jeder wieder auf seine eigenen Sachen konzentriert. Der Ausstieg bei DARK FORTRESS war im Nachhinein aber das Beste was mir passieren konnte. Erst so fand ich Zeit für meine wahre Passion mit CROM.

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Ralf: War CROM immer schon als Ein Mann-Band geplant oder wie kam es dazu?


Walter: Es war eigentlich nie so geplant, dass CROM ein One Man Project sein muss. Also ich habe da nicht bewusst Quorthon nachgeeifert. Es lag einfach daran, dass sich nie die richtigen Leute dafür gefunden haben. Ich hätte gerne zumindest nen festen Drummer gehabt, aber das hat sich halt leider nie so ergeben.

Ralf: Woher stammt die Faszination über die Epoche der Nordmänner und woher nimmst Du die Inspirationen?

Walter: Ursprünglich kam meine Hauptinspiration aus den alten Conan Filmen und den Conan Comics. Zudem hat mein Vater alle original Conan Romane gelesen und mir später vererbt. Das war eigentlich die große Inspiration für CROM. Die norwegische Mythologie hat mir zwar immer gut gefallen, aber da war ich auch nie so der Spezialist der alle Mythen auswendig kannte oder Runen gelesen und verwendet hat. Das war aber auch nie etwas was ich je bei CROM verwenden wollte. Bei „When Northmen Die“ fanden zum ersten mal überhaupt kleine Themen aus der Mythologie textlich Beachtung. Ich finde es ok, so etwas mal bei einem oder zwei Songs einzubauen. Dafür gibt’s aber andere Bands, welche textlich da deutlich talentierter sind als ich.

Ralf: Die BATHORY-Einflüsse sind nicht zu verleugnen, aber auch FALCONER und selbst BLIND GUARDIAN höre ich da heraus? Muss ich zum Ohrenarzt oder liege ich gar nicht so falsch?

Walter: Klar kann ich die BATHORY-Einflüsse nicht verneinen. Das war ja auch ursprünglich meine Inspirationsquelle!! Natürlich wollte ich anfangs nur wie BATHORY klingen. Zum Glück ist mir das aber nie so ganz gelungen, was dann doch zu einem etwas eigeneren Stil geführt hat und aus CROM nicht einen plumpe Quorthon Coverband werden ließ. FALCONER kenne ich ehrlich gesagt nur eine CD, welche aber durchaus gewisse Vergleiche zulassen könnte. Bei BLIND GUARDIAN bin ich mir nicht so sicher. Der Vergleich ehrt mich aber natürlich schon. War mal ne geniale Band, auch wenn mir die neuen Sachen nicht mehr so gefallen.

Ralf: Was hört ein Walter Grosse privat bzw. was liegt momentan im CD-Player oder auf dem Plattenteller?

Walter: Ich bin so extrem vielschichtig geworden, dass ich dir da gar nichts genaues nennen kann. Ich bin aber eher der old school Typ und liebe viele Sachen aus den achtzigern, und noch mehr aus den oft verhassten neunzigern. Die waren einfach vom Alter her meine Zeit. Besonders gerne höre ich natürlich BATHORY, KISS, MEGADETH, TESTAMENT, GUNS N´ ROSEs und nach wie vor alten Black Metal.

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Ralf: Wird „When Northmen Die“ als Vinyl erscheinen?

Walter: Ist jetzt gerade am 16. Februar rausgekommen. Es ist ein double vinyl mit zwei bonus tracks. Zum einen habe ich einen Jugendtraum von mir verwirklicht und endlich was von meiner alltime fave band KISS gecovert. Da habe ich mich für die sehr verhasste „The Elder“ Scheibe und den Song „A World Without Heroes“ entschieden, weil sie meiner Meinung nach perfekt zu CROM passt. Außerdem habe ich mit „Hunting High And Low“ nen Song von den norwegischen A-HA gecovert, welche ich trotz des Mainstreams und den poppigen Klängen immer sehr geschätzt habe!!! Beiden Versionen klingen auch extrem nach CROM wie ich finde. Von dem her aus meiner Sicht sehr starke Songs und sehr gut umgesetzt.

Ralf: Wie und wann fing es an mit dem Metal bei Dir?

Walter: Mit „Appetite For Destruction“ von den GUNNERS und dem schwarzen Album von METALLICA. Das dürfte dann irgendwann zwischen 1989 und 1991 gewesen sein. Da war ich dann irgendwas um die 11 Jahre alt. Meine ältere Schwester hatte damals noch einen guten Musikgeschmack und ich klaute ihr ständig ihr „Appetite“ Vinyl. Dann gings eben mit METALLICA und vor allem KISS weiter. Da ich aber in einer sehr ländlichen Region aufgewachsen bin, gabs leider recht wenig andere Metalheads, wodurch ich natürlich wenig Kontakte zu anderen Metallern hatte. Durch meine Faszination vom Black Metal bekam ich dann mehr Anschluss und auch wieder Kontakt zu Azathoth. Durch die Freundschaft unserer Eltern kennen wir uns eigentlich auch schon fast vierzig Jahre lang...

Ralf: Was steht an mit CROM ?

Walter: Derzeit probe ich mit den Jungs um live endlich wieder was bieten zu können und ich habe bereits mit neuen Songs fürs nächste Album angfangen. Ich erarbeite zur Zeit ein textliches Konzept dafür und habe bereits Ideen für drei oder vier neue Songs.

(Ralf)

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