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Ministry AmeriKKKantDas amerikanische Volk hat gewählt, und das Ergebnis bleibt bis zum heutigen Tage erschütternd. Es gibt kaum einen Tag, an dem es nicht irgendeinen Eklat aus den USA zu berichten gibt. Was hat man sich nur dabei gedacht, konnte man doch ganz offensichtlich prognostizieren, dass dieser Präsident das Land nicht wirklich vorantreibt? Aber eine gute, wenn auch nicht allzu weltbedeutende gute Seite hat die momentane Situation: Man hat jede Menge Stoff, um sich als Künstler über diese Situation auszulassen. Ein immer wieder gern gesehener Konsument davon ist die Band MINISTRY.

Schon allein der provokante Titel „AmeriKKKant“ weist darauf hin, dass Al Jourgensen mehr als nur angepisst von der Situation in diesem Land ist. In der Vergangenheit legte er schon oftmals seine Version der Welt vor, seine Sicht der Dinge, wenn sie auch manchmal durch ungesunden Konsum diverser Mittelchen recht vernebelt erschien. Aber die Gegenwart lässt Jourgensen zur Höchstform auflaufen, er kann in diesen Zeiten einfach nicht ans Aufhören denken. Viel zu viel passiert um ihn herum, das verarbeitet und raus gelassen werden muss, viel zu viel Vorlagen werden ihm präsentiert, um sich nicht einfach nur lächerlich über die Welt von heute zu machen, sondern viel mehr die Karten offen auf den Tisch zu legen, verpackt in einen wütenden Cocktail von Industrial und Metal, den er schon in grauer Vorzeit maßgeblich mit seiner Band gegründet hat.

„AmeriKKKant“ strotzt gerade so vor einer Revolte gegen die amerikanische Kultur und Politik, und „Mister T“ bekommt hier trotz einer überdurchschnittlichen Präsenz nicht unbedingt die beste Publicity, wie alleine schon Songtitel wie „Victims Of A Clown“ oder „We‘re Tired Of It“ belegen. Wie gut, dass sich die oralen Ergüsse des amtierenden Präsidenten so gut in die Weltuntergangsstimmung von MINISTRY einbetten lassen. Dem Einfallsreichtum sind keine Grenzen gesetzt, und wenn auch hier und da mal bekannte Schemata nachzuweisen sind, so kann die Band 2018 auch mit neuer Besetzung immer noch behaupten, dass sie ihrem Stil treu geblieben ist und gleichzeitig keineswegs versucht, verlorenen Boden gut zu machen, den sie mit so mancher Veröffentlichung selbst beseitigte.
MINISTRY werden immer polarisieren und werden sich immer weltpolitisch äußern, das amerikanische Establishment wird niemals einen Fuß bei ihnen auf den Boden bekommen und weiterhin im Fokus der äußerst scharfen Kritik bleiben. No, America can‘t! (Jochen)


Bewertung:

Jochen7,5 7,5 / 10


Anzahl der Songs: 9
Spielzeit: 48:01 min
Label: Nuclear Blast
Veröffentlichungstermin: 09.03.2018

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